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San Sebastián de Garabandal

Die Zerstreuung der Herde

Ein neu gefasstes Kapitel zu dem Buch GARABANDAL – Der Zeigefinger Gottes von Albrecht Weber

Es ist wichtig und notwendig, daß wir immer bedenken: Nur einer will uns vom geheimnisvollen Mystischen Leib Jesu Christi trennen, der die Kirche ist, es ist der Verderber, der Gegenspieler. Er lauert heute nahezu allen auf, seien sie lau oder fromm, gläubig oder ungläubig. Es ist ihm sogar gelungen, Verantwortliche im Innenraum der Kirche für seine Strategie der Zerstörung zu gewinnen, und er benutzt dazu vorzugsweise die nebulös verfinsterten Methoden einer permissiven Theologie, die, anstatt den Glauben an Gott zu fördern, diesen Glauben eher in Frage zu stellen bereit ist. Er benutzt aber auch die strukturellen Veränderungen in der Kirche und die vermeintlich gewonnene Freiheit. Davon zeugt der unmißverständliche Ausspruch von Papst PAUL VI., daß der 'Rauch Satans' durch einen Spalt in die Kirche eingedrungen ist, obwohl dafür vermutlich ein bestimmtes Ereignis steht, wie etwa die Vorgänge im Vatikan (1), acht Tage nach seiner Wahl zum Papst. Es ist aber auch möglich, dass es mit der Person seines Vorgängers zusammen hängt (2), der den von PIUS XII. vorbereiteten und von ihm zurück gehaltenen Plan eines allgemeinen Konzils zu seiner Aufgabe machte und ihn als willkommene Möglichkeit zu Veränderungen in der Kirche intrumentalisierte.

Um aber diesen Ausspruch in seiner ganzen Tragweite richtig erfassen zu können, bedarf es der Kenntnis des prophetischen Bildes von Papst LEO XIII., der in einer Vision gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts sah, wie der Teufel zu Jesus sagte: „Ich werde deine Kirche zerstören.“ „Das wird dir nicht gelingen“, gab Jesus zur Antwort. Darauf der Teufel: „Gib mir hundert Jahre Zeit“, worauf ihm Jesus antwortete: „Das sei dir gewährt“, wohl wissend, daß Satan am Ende verlieren wird (Mt 16,18). Leo XIII. handelte daraufhin sofort und ließ am Ende der Messe das bekannte exorzistische Gebet zum hl. Erzengel Michael einfügen, das übrigens bezeichnender Weise bei der Liturgiereform wieder aus dem Meßformular entfernt wurde. Heute leben wir in der Endphase dieser Zeit und müssen erkennen, daß die Strategie Satans alle Bereiche umfasst, und er hat durch die modernen Nachrichtenmedien Möglichkeiten wie zu keiner anderen Zeit der Menschheitsgeschichte. Im Zeitalter der Massenmedien vermag er durch nur wenige Menschen, die mit den Medien umgehen und zu seinem Einflußbereich gehören, eine unglaubliche Beeinflussung ganzer Völker und Nationen, ja sogar rund um den Globus angelegter Täuschungen für die Menschheit zu inszenieren. Der Kampf gegen die verhaßte Katholische Kirche geschieht im Wesentlichen auf zwei großen Linien. Die eine Stoßrichtung hat er in der Kirche entfacht, indem er durch „fortschrittliche Denkweisen“ mit einer Theologie, die sich in rationalen Erkenntnissen zu erschöpfen scheint, scheinbar alle Türen der mystischen Glaubenserfahrung in der Verkündigung durch die Verantwortlichen zuschlägt. Damit erreicht er eine Untergrabung der Fundamente vom Innenraum der Kirche her. Durch den von niemandem anderem als vom Ungeist Satans, verbreiteten Drang zur Freiheit in der Entwicklung neuer Formen in der Führung, der Verkündigung, der Liturgie und vor allem der Theologie glaubt er das hierarchische Prinzip, das das göttliche Prinzip von Anfang an war, außer Kraft setzen zu können. Damit verfährt er genauso wie die alte Schlange im Paradiese, die er selbst war, indem er die Menschen zur Erkenntnis und zur Bewußtmachung ihrer Möglichkeiten führt und sie dadurch von der Hinwendung zu Gott abzutrennen versucht. Unter dem Vorwand der Demokratisierung als Verbesserung der Struktur der Kirche hat er den Verantwortlichen, den Bischöfen, für ihre persönlichen Entscheidungen die Hände gebunden und ihnen weitgehend die Grundlage zur persönlichen Entscheidung und zum verbindlichen Bekenntnis im Hinblick auf die Verkündigung genommen. Fachliche Berater und Beratergremien bestimmen die Entscheidungen und nehmen den Bischöfen somit den an ihre Weihe gebundenen Auftrag des Lehramtes weitgehend aus der Hand; denkt man nur zum Beispiel an die verhängnisvolle Entwicklung im Bereich der schulischen Katechese.

Auch das „Gotteslob“ bietet im deutschsprachigen Raum als liturgisches Einheitsgebet- und Gesangbuch ein nicht zu übersehendes Beispiel. Für die Hinführung der Heranwachsenden zur eucharistischen Mitte der Kirche in der Feier der hl. Erstkommunion ist keine liturgische Form mehr enthalten, geschweige denn ein Vorschlag, wie dies geschehen soll. Diese für eine lebendige Mitgliedschaft in der Gemeinde unerläßliche Voraussetzung wird der gestalterischen Willkür durch Pfarrer, Katecheten und sogar Pfarrgemeinderäten überlassen. - „Man mißt der Hl. Eucharistie immer weniger Bedeutung zu“, erfuhren wir aus der zweiten Botschaft in Garabandal am 18. Juni 1965, die der Erzengel St. Michael dem Sehermädchen Conchita überbrachte.

Von einer der zentralsten Aussagen über Maria als Gottesgebärerin (theotokos) (3) ist das „Gotteslob“ vollständig gereinigt worden, sie ist nur noch Gottesmutter oder gar Schwester, was nicht nur die Vorstufe zur Leugnung der vom Propheten Jesaia vorausgesagten Jungfrauengeburt ist, sondern auch zur Anzweiflung ihrer körperlichen Nähe zum Sohne Gottes führt. Übrigens auch das neue unter der Führung von Prof. Leo Scheffczyk entstandene 6 bändige Marienlexikon führt diesen Begriff noch nicht einmal mehr als Stichwort (4) . Prof. G. L. Müller führt dort unter dem Stichwort „Gottesmutter“ aus: „Sachlich entspricht er dem Begriff Gottesgebärerin.“

„Dem muss ganz entschieden widersprochen werden, denn das stimmt nicht"!

Eine Frau wird einem Kind zur Mutter, nachdem sie es geboren hat. Deshalb steht für Maria zuerst der Begriff Gottesgebärerin im Vordergrund, weil es die zwangsläufige Folge der Verheißung des Willens Gottes darstellt, die besagt: Daß ER sich in der Gestalt als Mensch den Menschen offenbaren will, und zwar als Sohn einer Jungfrau (Jes 7, 14). Zugleich führte aber diese Ankündigung zum Sturz Luzifers und er wurde zu Satan. Mit ihm eine Schar von Engeln, die sich ihm in seiner Enttäuschung und seinem Stolz angeschlossen haben. Sie wollten sich nicht unter die Herrschaft eines Menschen stellen und haben sich damit gegen die Entscheidung Gottes aufgelehnt (Hebr 2, 5). So entstand durch diesen Akt für die gesamte Schöpfung das prinzipale Ereignis der Trennung zwischen Gut und Böse zur Unterscheidung der Geister, die dem daraus resultierenden Erlösungsplan Gottes zugrunde liegt, der beinhaltet: Sich selbst in der Gestalt seines Sohnes zum Opfer zu bringen, um die Macht des gefallenen Fürsten Luzifer und seinem Anhang ad absurdum zu führen und zu brechen.

Dieses Geschehen, das uns, wie kein anderes, die Barmherzigkeit des Schöpfers von Anfang an vor Augen führt und unverrückbar zum Fundament unseres Glaubens macht, ist somit als Begründung des als unverzichtbar zu bezeichnenden Begriffes „Gottesgebärerin“ zu betrachten. Nach der Geburt erst wurde sie für den Sohn Gottes zur Mutter, nachdem sich an IHR die naturwissenschaftlich nicht erklärbare Verheißung Gottes erfüllt hatte, denn der alleinige Begriff der Mutterschaft drückt das nicht aus. Vielmehr assoziiert der Begriff Mutter als Voraussetzung dafür den Zeugungsakt, die Geburt und die familiäre Rolle, während die Geburt alleine das „Hervorbringen“, das „Hervorgehen“ und in diesem Falle auch das Zustandekommen des göttlichen Willens ausdrückt, wie bei Jesaja angekündigt. Es wird dort ebenfalls so unterschieden. Dort steht nichts von der Mutterschaft einer Jungfrau, sondern „die Jungfrau wird empfangen (vom Heiligen Geist Luk 1, 35) und einen Sohn gebären (Jes 7,14)“. Damit wird das Naturereignis der Geburt als Folge einer vorausgehenden Zeugung ohne diese zum Gottesereignis, zur Offenbarung Seiner selbst, die der Geschöpflichkeit nicht bedarf, sie aber aus Liebe zu den Menschen und als Zeichen Seiner Verbundenheit und Existenz souverän und unzweideutig zum Zeugnis benutzte. Aus der Jungfrau wird der Sohn Gottes geboren (hervorgebracht), dadurch wurde sie nicht Gott zur Mutter, sondern dem Sohne Gottes. Gott hat keine Mutter! Aber er hat seinem Sohn eine Jungfrau zur Mutter gegeben, der aus ihr hervorgegangen ist (Jes 7,14). Der Begriff Gottesgebärerin bezeichnet hier eindeutiger den Logos (Joh 1,1-5), unmißverständlich und klar. Dieser Begriff Gottesgebärerin benennt auch eindeutig und klar den Weg Gottes zu den Menschen, der durch den Engel ausgesprochen und bestätigt wird (Lk 1,26). Sie wurde, durch die Ankündigung des Engels zum schöpfungsbezogenen Tor, durch das Gott in seiner souveränen Entscheidung gegangen ist, um sich als Mensch den Menschen zu offenbaren. Ein gewaltiger Unterschied, fürwahr!

Daß sie in ihrer Person für den Mensch gewordenen Gott Jesus dann danach zur Mutter wurde, behindert oder berührt diese Aussage nicht. Auch eine reine Pflegemutter wird als Mutter bezeichnet, auch wenn sie durch keine körperliche Gemeinschaft mit dem Kind verbunden ist und war. Oder könnte etwa irgendjemand auf die Idee kommen, daß Maria all jene Kinder physisch geboren haben könnte, denen sie vom Kreuz herab von Jesus zur Mutter gegeben wurde, - nicht geistig, sondern leiblich bezogen -? Wie ich meine, ein völlig absurder Gedanke.

Hier tritt der Unterschied der Begriffe erneut deutlich zutage. Um es richtig und unmißverständlich auszudrücken, ohne dabei stillschweigend auf die souveräne Macht Gottes zu verzichten, muß deshalb festgestellt werden:

Die Jungfrau Maria ist Gottesgebärerin und Mutter des Sohnes Gottes zugleich.

Das „Gotteslob“ ist das Werk einer Kommission, das, - und das muss man betonen -, in der Folge des Konzils nicht von den Bischöfen selbst gemacht, sondern nur von ihnen gemeinschaftlich in Auftrag gegeben, genehmigt und herausgegeben wurde. Es ist das Ergebnis einer zeitbezogenen Entwicklung in der Kirche, das als allgemeines Beispiel für die Strukturveränderung der Kirche anzusehen ist, welches aufzeigt, daß die persönliche Verpflichtung und die persönliche Verantwortung für die Verkündigung von den Nachfolgern der Apostel genommen zu sein scheint. Sie wurden geopfert auf dem Altar des Zwanges zu vordergründiger Einheit in der Gemeinschaft, in der viel zu viele persönliche Rücksichten vor den Meinungen der verschiedenen Charaktere sowie der Allgemeinheit genommen wurden, die den Mut zum unerschrockenen persönlichen Bekenntnis lähmen. Übrigens eine ganz und gar nicht auf das Jüngermodell Jesu aufgebaute Organisationsform, denn Jesus hat von den einzelnen Jüngern verlangt, daß sie eigenständig und persönlich Zeugnis für IHN ablegen und nicht mit ihren Zeugnissen warten, bis sie sich alle erst einmal wieder geeinigt haben. Als ein absolut nicht stichhaltiger Einwand darauf muss die dafür ins Feld geführte Begründung zur Einheit der Apostel entschieden als verblendete und mißbrauchte Ansicht als Ausrede abgelehnt werden. „... daß ihr alle eins seid“ bezieht sich darauf, daß sie in der persönlichen und situationsbezogenen Verschiedenheit zu einem (ihnen gemeinsamen) individuellen Zeugnis bereit sind für den Herrn. Dabei waren sie, wie wir nur allzu deutlich aus der Apostelgeschichte wissen, keineswegs immer gleicher Meinung. Wagt ein mutiger Bischof einmal aus dieser Reihe auszuscheren, wie es zum Beispiel im Hinblick auf die Tötung ungeborener Kinder war, so fallen sogleich seine Mitbrüder öffentlich über ihn her und bezichtigen ihn der Verletzung der gemeinsamen Haltung. Die Bischofskonferenz wird so zu einem Instrument der Gewissensnivellierung, die dem einzelnen Nachfolger der Apostel, dem für seine Diözese verantwortlichen Bischof, es nicht mehr gestattet, persönlich zu entscheiden, zu beurteilen und demnach zu handeln. Im Hinblick auf die Stellung in der Nachfolge der Apostel bekommen mehr oder weniger schwache Kompromisse, die durch individuell beeinflußte Kollektiventscheidungen der Gemeinschaft zustande kommen, den Vorzug. Die Formulierungen der Inhalte und Methoden der Verkündigung geraten immer mehr unter die Mühlen der mehrheitsfähigen Maßstäbe, anstatt sich eindeutig an den Geboten und dem Auftrag Gottes, dem Wort und Wirken Jesu Christi zu orientieren. Msgr. Montini, der spätere Papst PAUL VI. sagte in einer Ansprache vom 4.9.1956, „(Statt) (5) die eigenen Ideen darzulegen…, nehmen wir die Ideen der anderen auf. Wir bekehren nicht mehr, wir lassen uns 'bekehren' ... Wir erobern nicht, wir ergeben uns…. Diese Kapitulation wird durch unsere Sprache und Phraseologie verschleiert. Die alten Freunde, welche auf dem rechten Wege blieben, werden als Reaktionäre und Verräter angesehen. Sie werden nicht mehr als wahre Katholiken betrachtet, es sei denn, sie zeigen sich willfährig für alle Schwächen und Kompromisse.“ Gedanken, die zu denken geben und eine Orientierung unter den divergierenden Richtungen in der Kirche, besonders seit dem Bruch der Priesterbruderschaft PIUS X. mit Rom, für Viele nicht leichter machen.

Die Gesetzestafeln Gottes sind zertrümmert und man scheint sich damit zu begnügen, die Scherben mit den Resten der Gebote Gottes als fortan verbindliche Normen mit dem vor dem Angesicht des Allmächtigen Gottes brüchigen Kitt eines überzogenen Heilsoptimismus zusammenzufügen. Es entsteht der Eindruck, als ob das Volk der Gläubigen nicht mehr durch die Nachfolger der Apostel geführt wird, sondern einer Führung unterworfen wird, die sich anstatt an den Geboten Gottes nur noch an der Entwicklung menschlicher Möglichkeiten und Verhaltensweisen orientiert. Unwillkürlich kommen einem dabei die ernsten Worte der zweiten Botschaft von Garabandal in den Sinn: „Viele Priester, Bischöfe und Kardinäle gehen den Weg des Verderbens und ziehen viele Seelen mit sich!“ Wer hat sie gehört?

Die Menschen haben aus diesen Veränderungen erfahren und zumindest in ihrem Unterbewußtsein erkannt, daß die einst unveränderlichen Normen und Wahrheiten des Glaubens anscheinend weder unverrückbar noch als unbedingt feststehend und wahr angesehen werden. Das Wort Gottes (6) wurde damit im Unterbewußtsein der meisten Menschen weitgehend seines Ewigkeitswertes in der Verkündigung, aber auch in der daraus resultierenden Befolgung beraubt. Damit einher geht das fast völlige Verschwinden der Katechese über Schuld und Sünde und über die letzten Dinge. Bekehrung und Umkehr werden zum Absurdum und werden ins Gegenteil verkehrt, indem man vorgibt auf „neuen Wegen“ eine Erneuerung zu suchen, was in Wirklichkeit bedeutet, daß man sich immer mehr von der Mitte entfernt, von der Mitte, die nicht in den Verhaltensweisen der Menschen zu suchen ist, sondern allein in der Weisung Gottes. Es wird für jedermann offensichtlich, daß die frühere Lehre nicht mehr mit den Bedürfnissen der Gegenwart zusammenpassen kann. Deshalb verklingen auch alle Rufe der Bischöfe, ja sogar auch des Papstes zur Erneuerung der Kirche im Flugsand menschlicher Gleichgültigkeit, da im Bewußtsein der Menschen die Maßstäbe erloschen sind. Warum? Weil die Kirche in ihrer Verkündigung diese Maßstäbe entweder durch Neufassung oder durch willkürliche Praxis relativiert hat. Weil Gott zum Partner der Menschen herabgewürdigt wurde und als Schöpfer für die schlechten Neigungen der Menschen sogar verantwortlich gemacht wird, ist dadurch eine Umkehrung von der christlichen zur antichristlichen Verhaltensweise eingetreten, daß nicht die Menschen versuchen müssen mit den Geboten Gottes auszukommen, sondern Gott es mit den Menschen versuchen soll. Das ist die Abwendung von Gott und somit ein Grund, warum Gott in den Botschaften von Garabandal der ganzen Menschheit eine Züchtigung angekündigt hat, wie sie bereits nach der Sintflut von ihm verheißen wurde. Einer Züchtigung, die Jesus selbst andeutet in den Zeugnissen des Evangeliums, wenn er etwa von der Reinigung des Erdkreises vor seiner Wiederkunft spricht.

Die Folge dieser Entwicklung ist, entgegen der allgemeinen Auffassung, ein wachsendes Desinteresse bei den Gläubigen, die durch Zugeständnisse und Erleichterungen in der persönlichen religiösen Verpflichtung nicht angezogen, sondern eher abgestoßen werden, nicht nur in der katholischen, sondern auch in der evangelischen Kirche. Den Beweis dafür liefert der ungeheure Zuwachs der Sekten, die die Menschen mit festen Pflichten und Opfern belegen. Sie versuchen den Menschen eine durch transzendente Einflüsse begründete Erwählung vorzutäuschen und machen sie abhängig in einem Zwang zur opfernden Gefügigkeit. Übrigens ist das auch die Praxis an so manchen angeblichen im Bereich der katholischen Kirche angesiedelten Erscheinungs-Orten mit von Satan inszenierter gefälschter Mystik. Damit ziehen sich die unsichtbaren Mächte, die hinter dieser Entwicklung stehen, die von der Katholischen Kirche freiwillig abgelegten Kleider an, nicht nur der religiösen Praxis, sondern oftmals auch der Liturgie, und täuschen einen Teil des gläubigen Volkes. Eklatante Beispiele dafür gibt es nicht nur in der Schweiz, sie wachsen wie Pilze auch an anderen Orten in üppiger Form, auch in Kroatien, Italien, Spanien, Frankreich, Nord- und Südamerika, sowie Australien und Asien. Das einst Verbindliche und Gültige wird in den Händen vieler Scharlatane zur hoch verehrten Antiquität, die auf der Welle der religiös nostalgischen Gefühle der Enttäuschten und alleine Gelassenen ihre für diese Menschen vergiftete Suppe der Abwerbung zu kochen verstehen, schmackhaft und gefühlsintensiv. Dem Ungeist des Fürsten dieser Welt, der dem heute mehr denn je gehuldigten Zeitgeist zu eigen, oder identisch mit ihm ist, wird damit, so scheint es, grenzenlos Raum gegeben. Es zeigt auch, daß die Mündigkeit des Christen nur im Schlagwort und auf dem Papier besteht, in Wirklichkeit aber haben viele Kirchendiener auf ihren Auftrag und Anspruch verzichtet, den Christen durch Katechese und Verkündigung mündig zu machen. Das erste Gebot wird zur unverbindlichen Empfehlung; daß damit aber alle anderen Gebote ihrer Kraft und Verbindlichkeit beraubt werden, scheint offenbar nicht erkannt zu werden. Zumindest führt es selbst beim Erkennen durch die Verantwortlichen wegen der demokratischen Struktur einer dafür vorauszusetzenden Mehrheitsmeinung zu keinerlei Konsequenzen. Der Innenraum der Kirche ist somit schutzlos der willkürlichen Verwüstung preisgegeben. Die Gläubigen sind sich weitgehend selbst überlassen und werden nicht mehr geführt. Sie werden lediglich noch verwaltet, aber nicht mehr beschützt. Somit ist die Herde den Wölfen der religiösen Verführung nahezu schutzlos preisgegeben.

Mit der zweiten Stoßrichtung hat der Widersacher auf einen anderen Teil des Fundamentes der Kirche angesetzt, die getreuen Gläubigen. Es sind diejenigen, die zu Opfern bereit sind, die sich durch den Unglauben der geistig unterkühlten und modern angepaßten Entwicklung in der Pastoral der Kirche enttäuscht fühlen, sich aber ihre Offenheit und den Glauben für die Wirklichkeit der mystischen Beziehungen Gottes zu uns Menschen noch nicht rauben ließen. Es sind diejenigen, die die mystische Nähe Gottes noch suchen und noch an seine Wunder zu glauben bereit sind, die aber in Ermangelung der Führung durch die Organe der Kirche sich unverstanden fühlen und schutzlos geworden sind. Satan hat begonnen, sie abzuwerben und wegzulocken von der Kirche, indem er nahezu in allen Teilen der Welt selbst Visionäre und Gläubige durch von ihm inszeniertes außernatürliches, scheinbar mystisches Geschehen täuscht und verführt. Erscheinungen, Botschaften, Wunder und staunenswerte Phänomene, wie sie im Bereich der Geschichte der Mystik wohl bekannt sind, schießen wie die Pilze überall auf der Welt aus dem Boden und bilden die Inhalte der zuvor erwähnten vergifteten Suppe, die von frommen Menschen geradezu gierig gelöffelt wird, ohne dabei auf die eindringlich mahnenden Worte Jesu zu seinen Jüngern zu hören oder sie zumindest prüfend anzuwenden (Mt 24, 3; 11-12; 24 bzw. Mk 13, 3; 21-23; und Lk 21, 7, oder auch in der Apostelgeschichte Gal. 1,6-10).

Im Dezember 1962 hat die Heilige Jungfrau Maria in Garabandal zu Conchita gesagt: „Vor dem Wunder wird es noch viele falsche Erscheinungen geben“. Das ist in der Tat eingetroffen. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um Pseudomystik, die nicht von Menschen, sondern von Satan selbst vorgetäuscht wird und mit den klassischen Maßstäben zur Unterscheidung der Geister erkannt werden könnte, auch wenn er sich dabei geschickt vieler bekannter Echtheitsmerkmale bedient und ganz erstaunlich gute Früchte hervorzubringen vermag. Er hat das bekannte Evangeliumswort: „... an den Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16), längst zum strategischen Instrument seiner Täuschungsmanöver gemacht: um uns und die Verantwortlichen in der Kirche perfekt zu täuschen. Und genau davor hat Jesus seine Jünger besonders eindringlich gewarnt, und er spricht diese „guten Früchte“ als große Zeichen und Wunder an, die zur Täuschung vollbracht werden (Mt 24,24.; Mk 13,21-22).

Satan weiß, daß er seine Netze mit frommen Seelen füllen kann, wenn er in der Gestalt der Jungfrau Maria oder als Jesus und sogar als Gott Vater erscheint und mit frommen Worten und schmeichelhaften Botschaften zu den Menschen redet, die in bereiter Erwartungshaltung auf solche Nachrichten geradezu warten. Wer aber kennt diese Maßstäbe noch, das zu unterscheiden? Wo werden diese Maßstäbe angehenden Theologen noch vermittelt? Wer kann sie, selbst wenn er sie kennt, noch in entscheidender Weise anwenden und einsetzen, ohne sich in die Gefahr zu begeben, durch die dämonisch verführten Mehrheiten liberal geprägter Zeitgenossen und auch Vorgesetzten beschimpft und lächerlich gemacht zu werden?

Die Visionäre, und heutzutage sogar nicht selten auch prominente Fachleute, die solches Geschehen zu beurteilen haben, halten diese Täuschungen für echt, weil sie nur die für sie unerklärbaren Phänomene beurteilen und deren Herkunft und das gesamte Umfeld unkritisch in kauf nehmen. Sie unterscheiden nicht exakt genug zwischen „außernatürlich“ und „übernatürlich“ und schließen aus dem Vorhandensein naturwissenschaftlich nicht erklärbarer Phänomene zu leichtfertig darauf, daß Gott als Urheber unmittelbar anzusehen sei. Daß aber Satan die Kraft Gottes in dieser Zeit besonders mißbrauchen kann, wird für die Beurteilung zu wenig herangezogen oder kommt ihnen nicht in den Sinn, weil seine Existenz, auch in der Pastoral, bezweifelt und für gesellschaftlich nicht mehr vertretbar angesehen wird. Die alles entscheidenden Zielfragen: Dient es dem ewigen Heil der Seelen und läßt es die persönliche Freiheit zur Entscheidung unberührt, werden unterdrückt, nicht für relevant gehalten oder gar nicht mehr gestellt. Es wird zumindest allzu leichtfertig das gesamte Umfeld geprüft, wie geoffenbarte Texte, Verhalten der Erscheinung, Verhalten der Visionäre, Auswirkung auf die unmittelbar Beteiligten und anderes mehr. Dadurch begeben sich die Verantwortlichen in einen Nebel, der ihnen die Möglichkeiten zur Ortung der Lichtquelle nimmt, und sie empfinden die um sie herum herrschende Helligkeit vermeintlich als „Göttliche Gnade“. Nichts kann sie mehr schützen vor dem fatalen Irrtum, eine Fälschung für echt zu halten!

Durch die zu leichtfertig urteilenden so genannten Fachleute, darunter Theologen und Wissenschaftler, auch solche mit großen und bekannten Namen, werden dann kompetent aussehende positive Vorurteile geschaffen, die es den Verantwortlichen in der Kirche unsagbar viel schwerer machen, zu einer objektiven und annehmbaren Beurteilung zu kommen, wie z. B. dem Ortsbischof oder der Glaubenskongregation. Dadurch hat derjenige ein leichtes Spiel zur Täuschung bekommen, vor dem Jesus in seiner Abschiedsrede warnt (Mk 13,23; Mt 24,24). Dazu kommt, daß dieser Fürst der Unterwelt mit der Schar der gefallenen Engel und den Dämonen sogar für nicht existent gehalten wird. Der eindeutige Auftrag Christi, Dämonen auszutreiben, wird von den derzeitigen Nachfolgern der Apostel überhaupt nicht wahrgenommen. Dabei wäre das einfache Prinzip: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ geeignet, um vielen negativen Entwicklungen Einhalt zu gebieten. Dazu gibt uns das Evangelium von der Wichtigkeit und Effizienz solchen Tuns eine Fülle von Beispielen. Dabei sollte man nicht vergessen, daß die für die Pastoral Verantwortlichen in der katholischen Kirche darüber und dazu keine Erklärung als Entscheidungshilfen abzugeben in der Lage sind, da diese Themen in der Ausbildung der Priester nicht, oder nur ganz am Rande behandelt werden. Dabei wäre dies ein absolut notwendiges Gebot zur Führung der Gemeinden, denn nur der ist ein guter Hirte, der die Gefahren kennt und ihnen zu begegnen weiß.

Ein Beispiel aus dem Alten Testament sei hier angeführt: Aaron als Prophet Gottes am Königshof Ägyptens (Ex 4,2f; Ex 7,8f). Zu einem Zeichen als Beweis für seine Mission als Prophet Gottes aufgefordert, verwandelte er seinen Stab in eine Schlage. Die Magier am Hof des Königs konnten das auch. Das Zeichen zum Beweis dafür, daß er der Prophet Gottes war, schien wertlos zu sein, doch der verwandelte Stab Aarons verschlang die Stäbe der Magier. Danach verwandelte sich die Schlange wieder in seinen Stab. Also war er doch der Prophet Gottes. Ein klassisches Beispiel zur notwendigen Unterscheidung zwischen Original und Fälschung.

Die kleinen, aber wesentlichen Unterschiede zu erkennen: Das ist heute bei der Prüfung angeblich mystischen Geschehens von unabdingbarer Wichtigkeit, um Irreführungen nach Möglichkeit zu entgehen. Dabei kommt es nicht unwesentlich auf die sprachlichen Formulierungen und deren nachvollziehbare Inhalte an. Es werden wohlbekannte Begriffe demütig frommer Lebensweise in gefühlvollen Formulierungen wahllos und damit auch ziellos verwendet, ohne damit eine klare Aussage zu treffen. Die sehnsüchtigen religiösen Gefühle der menschlichen Individuen werden damit geweckt und führen zu Verhaltensweisen, denen die Verkündigung der Katholischen Kirche nichts oder nur wenig entgegen zu setzen hat. Daraus entsteht die absurde Situation, daß sogar wesentlich führende Vertreter der Kirche sich zu diesen Orten begeben, um die große Zahl der irregeführten Menschen zu erreichen, um dadurch ihren eigenen Einfluß bei ihnen verbessern zu können. Sie lassen sich an solchen Orten und in deren Umfeld durch vermeintlich religiöse Aktivitäten der Gläubigen beeindrucken und gelangen dadurch zu perfekt verblendeten Ansichten, die offensichtlich nur dazu angelegt sind, um zuerst die Schafe und danach auch die Hirten zu täuschen. Dank der von ihnen erwarteten Kompetenz, infolge ihrer Position, werden sie zu aktiven getäuschten Vorbildern für die Menschen, die aufgrund ihrer Vereinsamung durch die allgemein praktizierte Form der modern veränderten Pastoral dem Schoß der Kirche abhanden gekommen sind. Das zu erkennen und dem zu begegnen erfordert absolute Treue zum Evangelium und zugleich auch zu einem Verzicht auf Macht und Erfolg. Nicht das vordergründig erkennbare Tun, sondern das „Warum“, welches zu diesem Tun anleitet, vermittelt die Einsicht zum Erkennen der Quelle. Darin liegt die unerhört schwere Aufgabe zu unterscheiden, sowohl für die Kongregation für den Glauben als auch für den jeweils zuständigen Bischof. In diesem Zusammenhang muss auch einmal gesagt werden, daß sowohl eine gute Kenntnis des Geschehens als auch eine entsprechende räumliche und gedankliche Distanz bestehen muss, um sicherer urteilen zu können. Als oberstes Prinzip muß gelten, das Gefühl ausschalten und den Verstand einschalten, wenn es um die Erklärung irgendwelcher Phänomene geht, denn nur so kommen wir zu einem unabhängigen Urteil, das uns vor Irrtum bewahren kann. Das Gefühl ist die am leichtesten und sichersten zu täuschende Erfahrungsquelle unseres menschlichen Bewußtseins. Deshalb:

Die beste Voraussetzung um getäuscht zu werden, ist die fromme Begeisterung und das Bestaunen vermeintlich guter Früchte.

Deshalb hat der Fürst der Finsternis, der umhergeht wie ein brüllender Löwe, in unserer Zeit einen so überragenden Erfolg bei der Einsammlung der gutgläubigen Frommen und religiös begeisterungsfähigen Menschen, durch die von ihm überall auf der Welt inszenierten mystischen Ereignisse mit einer Flut von staunenswerten Wundern und schön klingenden Botschaften, die zum Zweck der Täuschung mit Bruchstücken von göttlicher Wahrheit durchtränkte Lügen sind. Dabei benutzt er häufig das Geschehen von Garabandal, weil viele verunsicherte katholische Menschen damit große Hoffnungen auf eine Wende in der derzeitigen Situation in Kirche und Welt verbinden.

Nach der letzten Erscheinung in Garabandal am 13.11.1965 fragte mich Conchita um Rat, da sie etwas nicht verstehen konnte: „Alberto“, fragte sie, „die Jungfrau Maria hat mir eine breite Straße gezeigt mit vielen frommen Menschen, die Rosenkranz betend und singend auf ein großes goldenes feuriges Tor zueilen und sich nicht abhalten lassen. Da ich einige gekannt habe wollte ich sie warnen und zurückhalten, doch sie haben mich beschimpft und sich losgerissen und gesagt: ‚du siehst doch ich bete und tue doch nichts Schlechtes’, denn die heilige Jungfrau hatte mir gesagt, dass sind diejenigen, die von Satan getäuscht, verblendet und religiös irregeführt sind und sagte, ‚wenn niemand für sie betet, sind sie verloren’.“ Ohne Zweifel sind es diejenigen, die sich durch all die falschen Prophetien, Botschaften und angeblichen Erscheinungen zum Beten anregen lassen. Eine furchtbare Erkenntnis, wenn man sie realistisch betrachtet. Und wenn die Allerseligste Jungfrau Maria so etwas sagt, dann ist das kein Spaß, dann ist es die mütterliche Sorge für diejenigen, die IHR Sohn ihr vom Kreuz herab anvertraut hat. Ich kann nur davor warnen und zugleich dazu auffordern, die Worte Jesu im Evangelium immer wieder zu lesen, ernst zu nehmen und zu beherzigen und auf keine derzeit kursierenden so genannten „Botschaften vom Himmel“ zu hören. Nur das Evangelium führt zu Gott. Deshalb muß es einziger Maßstab sein. Und keine andere Person, als Conchita selbst, sagte mir mehrmals in den vergangenen Jahren: „Wenn man auf diesem Weg ist, braucht man an Garabandal, Fatima oder Lourdes nicht zu glauben, denn das sind für viele Menschen nur Brücken, um auf den Weg zu Gott zu gelangen. Ist man auf diesem Weg angekommen, braucht man die Brücke nicht mehr, denn man will ja nicht wieder zurück Der einzige Weg zu Gott führt nur über das Evangelium! Es gibt keinen anderen“! Nur das ist Wahrheit pur!

Gez. Albrecht Weber

Dieses Kapitel wird in dieser Form erst in der nächsten Auflage enthalten sein. Bis dahin ist es als Text auf der Webseite www.garabandal-zentrum.de nachzulesen, oder kann gesondert angefordert werden, bzw. wird dem Buch auf Wunsch beigelegt.

1) Malachi Martin beschreibt dazu in seinem Buch „Windswept House- A Vatican-Novel“ die Intronisation des gefallenen Erzengels Luzifer in der römisch-katholischen Zitadelle, acht Tage nach der Wahl PAUL VI am 29. Juni 1963., als Erfüllung einer lange erwarteten Vorhersage in satanistischen Kreisen, dass die Zeit des Fürsten der Finsternis in der Kirche anbricht, wenn ein Nachfolger Petri den Namen des Apostel Paulus annimmt.

2) Durch die Veröffentlichung der Dokumente von Pier Carpi im Jahr 1976 über die Aufnahme von Angelo Giuseppe Roncalli im Jahre 1935 als Meister (Eingeweihter) in die Loge des Rosenkreuzordens in der Türkei, erfüllte sich die Aussage Mariens in Fatima im Jahr 1917, nachdem es Satan gelingen wird, bis in die höchste Spitze der Kirche aufzusteigen. Als Logen-Namen wählte er damals „Johannes“, worauf ihm der Meister sagte: „Unter diesem Namen wirst du Papst werden und die Kirche verändern. Nachzulesen in dem Buch „Die Prophezeiungen von Papst Johannes XXIII. von Pier Carpi, ( S. 51-60, das Geheimnis des Johannes )

3) Dabei ist der Begriff Theotokos = Gottesgebärerin auf dem Konzil von Trient als Glaubenssatz festgestellt und verkündet worden.

4) Der Begriff Gottesgebärerin wird in den meisten naturwissenschaftlich und allgemein bildenden Lexica als Stichwort geführt und erklärt und in erster Linie der biblischen Person Maria zugeordnet.

5) veröffentlicht in Das neue Volk, Goldach, v. 11. 6. 69:

6) vgl. Mt 11,27; LK 10,22; Joh 14,8-10