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San Sebastián de Garabandal

Garabandal und die Zeit

Ergänzendes-Kapitel zum Buch.

Die noch ausstehende Prophetie von Garabandal ist es, die nicht nur im Zusammenhang mit der Jahrhundert- bzw. Jahrtausendwende die Erwartungen der Menschen zum Gegenstand übertriebener Spekulation gemacht hat, es ist auch eine falsche Erwartungshaltung gegenüber den Plänen Gottes, wie ER, der Allmächtige, seinen Schöpfungsplan in der Zeit sichtbar werden läßt. Wie Gott die Teile seiner bereits als Ganzes vollendeten Schöpfung für den Menschen in der Zeit erkennbar und erfahrbar werden läßt, bleibt, wie Jesus es sagte, in der Weisheit des Vaters verborgen. Sie sind uns Menschen zwar als Prophetien angekündigt aber im Ablauf der Zeit verborgen, und daher den Maßstäben menschlicher Vernunft nicht zugänglich, weil sie in menschliche Begriffe nicht fassbar sind. Beinahe alles auf dieser Erde scheint der Mensch sich anzueignen und nutzbar zu machen, ja sogar die Erkenntnis über den Aufbau des Lebens versucht er in vermessener Überschreitung der durch den Schöpfer gesetzten Grenzen unserer Intelligenz verfügbar zu machen. Die Zeit aber und deren Ablauf, sind der menschlichen Verfügbarkeit entzogen. Sie liegen zu unserem Wohle und zu seiner Ehre alleine in seiner Hand. Darum ist die Prophetie Gottes immer ohne Zeitangabe.

Als die Jünger Jesu ihm zu seiner Zeit dieselben Fragen stellten, wie wir Menschen in unseren Tagen, weil sie es ebenso sehnsüchtig erwarteten wie wir, sagte er: „Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat (Apg 1,7),“ und in seiner Abschiedsrede vor seinem Leiden warnte er die Jünger, und damit ebenso uns, besonders eindrücklich vor den Machenschaften seines Widersachers, der dann in den Zeiten der Drangsal überall auftreten wird und durch falsche Propheten große Werke und Wunder vollbringen läßt, um, wo es möglich ist, die Getreuen zu täuschen und irre zu führen (Matth 24 ff; Luk 21,7 ff; Mk 13,3 ff). Darüber hinaus kündigt er dort die Zeichen an, die Er die Vorboten seiner Wiederkunft nannte und die sich in unseren Tagen bereits überall einstellen.

In diesem Spannungsfeld menschlicher Erwartungshaltung versucht uns der Diabolus heutzutage zu täuschen, indem er immer wieder Menschen findet, die er über seine wahre Identität im Unklaren läßt. Er gibt sich ihnen gegenüber als Engel aus, als Jesus, den er gerne kopieren möchte, für seine Mutter, die er zu imitieren versucht, ja sogar für Gott Vater selbst, den er dadurch als menschenähnliche Person verspottet und ihm damit die Erhabenheit zu stehlen versucht und gaukelt uns durch diese Trugbilder glaubhaft vor, in die Zeitpläne Gottes Einblick zu bekommen. In dreister Vermessenheit werden uns Daten und Termine genannt, die unter Missachtung der Warnungen Jesu vor seinem Abschied, zuerst zu befriedigender Neugier und Vorauswissen und auch stolzer Erwählung führen. Danach wird das „Nicht Eintreffen“ der Voraussagen zu endlosen Enttäuschungen. Ein fast perfektes System, um den Glauben in nicht nur einfachen gläubigen Menschen zu zerstören, nein, auch um intelligente Personen in den Nebel der stolzen Selbstüberschätzung zu verführen, in dem sie Erleuchtung und Helligkeit verspüren, aber nicht mehr in der Lage sind, die Quelle des Lichtes und seiner Herkunft zu erkennen. Ja, sogar katholische Priester fallen auf seine Tricks herein.

Die noch nicht erfüllte Prophetie von Garabandal wird bevorzugt dazu mißbraucht, woran man die heilsgeschichtliche Bedeutung des dortigen Geschehens deutlich erkennen kann. Ein akademisch gebildeter Mann, Univ. Prof., befaßte sich in einer Zeitschrift in einem Artikel spekulativ mit diesem angekündigten Wunder. Vor dem von ihm vorausgesagten Datum konfrontierte ich ihn mit der Frage nach der Grundlage seiner Spekulation mit diesem Datum Er sagte mir, daß er den Termin vom „Herrn“ selbst geoffenbart bekommen habe. ER habe neben ihm gestanden und habe ihm das gesagt. Deshalb gebe es für ihn daran keinerlei Zweifel. Für ihn zweifellos ein glaubhaftes Erlebnis, aber objektiv falsch. Warum?

Es ist unschwer festzustellen, wer dieser angebliche „Herr“ war, denn das vorhergesagte Geschehen traf nicht ein. Es handelte sich um den 11. April 2002, über den ein prominenter niederländischer Univ. Professor auf ähnliche Weise getäuscht wurde. Angeblich erschien ihm, nach seinen Worten, im Herbst 2001 „Jesus, der Herr“ in der Pfarrkirche von Garabandal und ließ ihn wissen, daß der 11. April 2002 der Tag des Wunders sei. Daraufhin organisierte er zu diesem Datum eine Reise, mit ca. 200, Personen, zum Teil Schwerkranken, nach Garabandal und erweckte in ihnen die falsche Hoffnung, dort geheilt zu werden. Auch er wurde von mir bereits drei Monate vorher und nochmals eine Woche zuvor gewarnt, worauf er mich und Conchita öffentlich als Lügner bezeichnete. Eigenartig ist bei beiden, daß sie in stolzer Verblendung nicht wahr haben wollen, daß es der Diabolus ist, der sie täuscht. Sie stehen in diabolischem Nebel und erkennen die Quelle des Lichtes nicht. Licht ist die Profession Satans, denn er war Luzifer!

Eines sollten wir bei solchen Ankündigungen, gleich welcher Art, immer bedenken: Die Wahrheit Gottes ist unteilbar. Wenn die Heilige Jungfrau Maria Conchita den Zeitpunkt dieses Geschehens angekündigt hat mit dem Auftrag, es erst acht Tage vorher bekannt zu geben, dann kann es nicht sein, daß eine andere Erscheinung, auch wenn sie sich als Jesus bezeichnet, zu einer anderen Person etwas anderes sagt. Das sind die Irreführungen, vor denen wir von Jesus im Evangelium gewarnt sind. Die oben angegebenen Texte geben dazu eine klare Anweisung:

“Lauft ihnen nicht nach! Hört nicht auf sie! Seht, ich habe es euch vorhergesagt!“

Damit sind wir bei der Prophetie angelangt, die die Heilige Jungfrau Maria in den Jahren 1961 bis 1965 den vier Bergbauernkindern, insbesondere einer von ihnen, Conchita González, in Garabandal anvertraut hat. Sie wird für uns zur Ungeduld auslösenden Erwartung, denn die Heilige Jungfrau stellte in Aussicht, daß bei dem angekündigten großen Wunder Ungläubige bekehrt und Kranke geheilt werden. Nur übersehen wir dabei zu leicht was ihr eigentliches Anliegen war, welches aber viel zu wenig ernst genommen wird: Die Anbetung Gottes im Allerheiligsten Altarsakrament! Mariens zentrales Anliegen der Botschaft von Garabandal:

„Man muß viele Opfer bringen, viel Buße tun; (oft) das allerheiligste Sakrament besuchen. Aber vor allem müssen wir sehr gut sein *).

Wenn wir das nicht tun, dann wird ein Strafgericht kommen.

Der Kelch füllt sich. Wenn wir uns nicht ändern,

wird ein sehr großes Strafgericht (eine Züchtigung) über uns kommen.“

*) „gut sein“ im Sinne eines Gott gefälligen Lebens.

Es wird uns als Folge dieser Unterlassung ein Strafgericht angekündigt, wenn wir uns nicht bekehren. Zu was denn bekehren? Ganz klar zur Befolgung der Gebote Gottes. Ganz klar zum Glauben an die reale Präsenz ihres Sohnes Jesus im Allerheiligsten Altarsakrament, wie es der katholische, auf dem Evangelium beruhende Glaube in Befolgung des Abendmahlberichtes lehrt. Mehrfach hat Maria uns im Geschehen in Garabandal auf die unseren Augen verborgene Wirklichkeit der realen Präsenz Jesu im Altarsakrament hingewiesen und sie hat es in eindrucksvollen Übungen mit den Kindern vorgeführt, wenn sie zum Beispiel sagte:

„Wir wollen jetzt Jesus besuchen...“, und darauf hin ging sie mit ihnen in die Kirche,

„er wartet dort auf euch im Tabernakel...“sagte sie, und sie begründete diese Übung damit:

„weil er durch die vielen Sünden betrübt, beleidigt und verspottet wird und weil immer weniger Menschen an seine Gegenwart im heiligen Sakrament glauben. Wir wollen IHN trösten und Ihn um Verzeihung bitten für die armen Sünder“. Wenn SIE mit ihnen in die Kirche ging, stand sie immer so, dass sie zugleich zum Tabernakel und auch zu den Kindern schaute. Beim Verlassen der Kirche gingen sie stets rückwärts, ohne den Blick vom Tabernakel abzuwenden. Bei der Türe erst bekreuzigten sie sich.

Für viele Besucher und Zeugen des damaligen Geschehens in Garabandal waren solche Übungen oftmals unverständlich, ja sie wurden entweder für überflüssig gehalten oder aber als Bestätigung der eigenen Glaubenspraxis angesehen. Oftmals wurden dadurch Zweifel an der Glaubwürdigkeit des beobachteten Geschehens offenbar, die zu endlosen bohrenden Fragen formuliert, den Kindern arge Pein verursachten. Sie waren unglücklich darüber, dass man ihnen nicht glaubte, obwohl sie von sich aus alles taten, was den Bitten der Erscheinung entsprach. Darum bettelten sie immer wieder um ein Wunder, in der Hoffnung, dass dann alle glauben könnten: „Bitte wirke doch ein Wunder, damit „die“ oder „der“… und damit endlich alle glauben können, dass Du von Gott kommst und dass DU es bist, die mit uns ist und die wir sehen.“

Diese Bitte wurde schließlich erhört und es wurde Conchita, als der Ältesten, der Tag eines Wunders mitgeteilt. Es wurde ihr auch gesagt, um was für ein Wunder es sich handeln werde.

Dieses Wunder aber hat genau das bestätigt, was Maria in der ersten Botschaft zu den Kindern sagte und was sie mit ihnen durch den Besuch in der Kirche vor dem Tabernakel so anschaulich exerzierte.

„Das ist aber ein kleines Wunder, ein milagruco (Wunderchen)“ kommentierte es Conchita, weil das, was bei diesem Wunder sichtbar wurde, für sie zum Bereich ihrer normalen Erfahrungen gehörte. Das für Außenstehende überzeugende daran aber war, dass es geschah, wie es vorausgesagt wurde und dass etwas sichtbar wurde, was durch kompetente Aussagen unmittelbarer Zeugen belegt ist, davor aber nicht existierte. Ja, es strahlte sogar ein geheimnisvolles Licht aus, das keine natürliche Ursache haben konnte: Eine weiß leuchtende Hostie auf der heraus gehaltenen Zunge des Mädchen, zehn Minuten lang, für alle sichtbar!

Dieses Wunder aber konnte weder die große Masse der Besucher, noch die Vertreter der bischöflichen Prüfungskommission überzeugen und zufrieden stellen. Die Situation für die vier Mädchen wurde aus ihrer Sicht noch auswegloser, so dass ihnen die Heilige Jungfrau Maria nach langem Betteln ein viel größeres Wunder in Aussicht stellte, bei dem dann keine Zweifel mehr bestünden, dass es von Gott kommt. Sie sagte ihnen aber auch: „Die Kirche wird meine Besuche bei euch erst nach diesem großen Wunder anerkennen“. Und weiter sagte SIE: „Es wird das größte Wunder sein, welches mein Sohn Jesus jemals für die Menschen gewirkt hat. Zugleich wird es auch das letzte sein bis zum Ende.“ Damit war klar, was der Ursprung der Geschehnisse von Garabandal ist und von wem es ausgeht: Von JESUS CHRISTUS, dem Sohn Gottes, der zugleich ihr eigener Sohn ist. Das bestätigt auch ihre Antwort auf die Frage der Kinder am Anfang der Erscheinungen: „Woher kommen Sie?“ „Ich komme von Gott!“

Nur Conchita wurde anvertraut, was im Willen und in der Weisheit Gottes verborgen ist: Der Zeitpunkt dieses großen Wunders. Zugleich gebot Sie ihr aber streng, darüber mit niemandem zu sprechen. Erst 8 Tage zuvor dürfe sie es für die ganze Welt bekannt geben.

Eine Begebenheit am Ende der Zeit der Erscheinungen macht das sehr deutlich. Sie wurde zum Bischof bestellt. Ihre Mutter Aniceta begleitete sie. Der Bischof befragte sie und wollte dadurch, dass er sie auf den Gehorsam gegenüber dem Bischof verpflichtete, auch das Datum des Wunders erfahren. Sie konnte es ihm in diesem Augenblick nicht sagen und kam in schwere Bedrängnis, weil sie es plötzlich nicht mehr wusste. Es war wie ausgelöscht in ihrem Gedächtnis. Später sagte sie mir: „Das war der schlimmste Moment in meinem Leben, ich wäre lieber tot gewesen.“ Als sie aber dann mit der Mutter die Stufen vom Bischöflichen Ordinariat wieder hinunter ging, sagte sie plötzlich: „Mama, jetzt weiß ich es wieder! Was meinst du, soll ich vielleicht schnell noch mal hinauflaufen und es dem Bischof sagen?“

„Nein“, antwortete ihre Mutter Aniceta klugerweise und geistesgegenwärtig, „wenn du es vorher nicht gewusst hast und es jetzt wieder weißt, dann ist klar, dass du es ihm nicht sagen sollst. Hat SIE dir nicht gesagt, dass du es niemand sagen sollst?“

Nach wie vor weiß nur Conchita den Zeitpunkt. Acht Tage vorher soll sie es ankündigen. Alles Weitere steht in den Büchern. Damals gab es noch kein weltweites sekundenschnelles Nachrichtennetz, das sich, wie heute, um die ganze Erde spannt. Maria sagte ihr dazu, dass dieser Zeitraum völlig genügen werde wenn die Zeit gekommen ist, so dass alle, die zu dem großen Wunder nach Garabandal kommen wollen, es rechtzeitig erfahren werden,.

Ich selbst habe sie daran erinnert, dass die Heilige Jungfrau Maria zu ihr bei der letzten Erscheinung sagte: „Vor dem Wunder kommt eine Zeit, da wird man dir nicht mehr glauben. An den Fingern einer Hand kannst du sie aufzählen, die dir noch glauben.“ So hat es mir Conchita am Tag nach der letzten Erscheinung gesagt.

Am 1. Januar 1965 sprach die Heilige Jungfrau Maria zum ersten Mal davon, dass Gott der Menschheit ein „aviso“, eine Ankündigung, als Warnung vor dem großen Strafgericht senden werde. Innerhalb eines Jahres danach wird dann das angekündigte große Wunder sein. Ob es ein Kalenderjahr oder die Frist eines Jahres ist, wurde nicht klar gesagt. Zu dieser Zeit war sie die einzige von den Vieren, der Maria noch erschien. So erfuhr sie es von der Jungfrau Maria.

Vor dieser Warnung fürchtet sich Conchita, denn, so sagt sie: „Es wird sein wie die Züchtigung (das Strafgericht), mit dem einen Unterschied, dass man dabei in unmittelbarer Folge dadurch nicht den Tod erleidet. Es wird kein Zweifel bleiben, dass es nicht von Menschen kommt. Man wird sich selbst aber so sehen, wie man in diesem Augenblick vor Gott dasteht. Niemand kann diesem Ereignis entrinnen, jeder erleidet man die Erkenntnis des eigenen Gewissens.“

Eines aber gibt uns Maria, die Mutter unseres Herrn, zum Trost und als Zuversicht mit auf den Weg in eine Zukunft, die von so vielen furchtbaren, Angst suggerierenden Ereignissen in unseren Tagen bestimmt wird, die uns ja im Evangelium bereits angekündigt sind. Sie sagte:

„Habt keine Angst! Ich verlange von euch nichts Außergewöhnliches und nichts (Übertriebenes). Ich bitte euch, lebt vor Gott als Menschen ein würdiges Leben (Geschöpf seiner Schöpfung) und gebt Ihm, dem Allmächtigen, den Ihm gebührenden Teil eures Tagewerkes. Wenn ihr das beherzigt und treu eure täglichen Pflichten erfüllt, dann verspreche ich euch das „EWIGE HEIL“! Ferner sagte sie noch: „Wenn ihr meine Nähe sucht, fahrt nicht hier und dort hin, sondern kommt zum Tabernakel. Wo mein Sohn ist, da findet ihr auch mich!“

Ein einfaches Lebensprinzip, doch schwer zu realisieren. Dass Sie, lieber Leser, es annehmen können wünsche ich Ihnen, denn es verlangt Glauben und Vertrauen und ist in jedem Falle der Hauptgewinn menschlichen Daseins.

© WETO Albrecht Weber (Jetzt Stiftung Causa Garabandal)

Copyright © 2009 WETO-Verlag

Stand: 02. September 2009