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San Sebastián de Garabandal

Der Hohe Besuch zu

Der Hohe Besuch zu Weihnachten

Eine Erzählung von Albrecht Weber

In der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2010 tauchte zur Verblüffung vieler hochrangiger Entscheidungsträger in Kirche und Welt plötzlich im Internet eine E-Mail auf, die den unvermuteten, völlig überraschenden Besuch von Jesu von Nazareth am 24. Dezember des Jahre ankündigte. Die Nachricht erschien glaubwürdig und verläßlich, da sich ohnehin mit diesem Datum die historische Ankunft des einzigen Sohnes Gottes in der vom Christentum seit alters her geprägten Welt, seine Geburt verbindet. Aber daß er persönlich selber kommt? Wieso denn das?

Der Grund dafür ließ sich ebenfalls dieser digital übermittelten und für die Verantwortlichen glaubwürdig erscheinenden Nachricht entnehmen, der damit erklärt wurde: Jesus von Nazareth möchte sich persönlich darüber informieren, inwieweit seine Botschaft unter den Menschen verbreitet und von diesen angenommen wurde.

Um nun schlussendlich bei einem solchen Ereignis nicht mit leeren Händen da zu stehen, unternahm man allerorts enorme Vorbereitungen für einen gebührenden Empfang. Da man davon ausging, daß er an allen Orten zugleich anwesend sein kann, beschlossen sowohl die Verantwortlichen in der Kirche, aber auch die Regierungen der von Christlichen Grundsätzen einstmals geprägten Ländern und Kulturen ihm überall einen großartigen Empfang zu bereiten, der seiner Würde entsprechen sollte. Man übertraf sich gegenseitig mit Programmen zu Konzerten und festlichen Empfängen. Allerorts wurde großzügig geplant und vorbereitet, um den Herrn gebührend zu empfangen, dem man ja zur Rechenschaft verpflichtet ist. Die Vorbereitungen waren nahezu perfekt und der angekündigte Tag bescherte den großen Erwartungen ungeduldiges Warten. Schließlich ersetzten Ratlosigkeit und enttäuschtes Erstaunen die euphorische Freude, als nichts geschah. Alle fühlten sich getäuscht und man suchte fieberhaft nach der Quelle der Nachricht und ergoß sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen der Leichtgläubigkeit.

Am 25. Dezember aber trifft eine erneute Mail ein von Jesus von Nazareth, auf den man ja am Vortag überall so sehnlich gewartet hat. Er bedankte sich bei all denen, die ihn so freundlich und mit großer Freude empfangen haben. Zuerst habe er die Obdachlosen unter den Brücken und an anderen Orten besucht. In ihrer Mitte sei er mit überschwenglicher Freude als einer von ihnen begrüßt worden, sodaß sie ihm sogar ein Nachtquartier in ihrer Mitte angeboten haben und mit ihm teilten, was sie in ihren von Armut verkrüppelten Händen hielten. Am Mittag sei er in der Gassenküche eingekehrt und habe die warme Mahlzeit mit den dort Anwesenden mit großer Herzlichkeit und Freude geteilt, bis er dann danach auf den Straßen unterwegs viele Freunde traf, die ihn herzlich umarmten und ihm von ihren Sorgen berichteten und ihrem Bestreben, der geschundenen Natur zu helfen. Er schloß sich einer Demonstration an, die bei schneidender Kälte auf der Straße gegen die Zerstörung der Artenvielfalt und für die Bewahrung der Schöpfungsvielfalt demonstrierten.

Danach habe er noch einige Alten- und Pflegeheime besucht, in denen gute Menschen die Hilflosen, die Kranken und Alten mit großer Geduld pflegten und ihnen Geborgenheit und Mitgefühl entgegen brachten. Zugleich aber betonte er noch: Er sei immer derselbe geblieben, von dessen Leben und Wirken im Evangelium berichtet wird. Sein Auftrag an die Menschen sei heute noch ebenso gültig, wie damals, und er erwarte, daß er befolgt wird.

Auch wenn diese Geschichte nur eine Erfundene ist, so findet sie doch in der nachfolgenden wirklich stattgefundenen Begebenheit ihre Rechtfertigung, die uns alle nachdenklich machen muß.