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Die Anrufe vor den Erscheinungen
Die Art und Dauer der Erscheinungen
Das Geschenk der segnenden Küsse

Die allerheiligste Jungfrau Maria

Erscheinungen der Jungfrau Maria
Aus den Buch: Garabandal - Der Zeigefinger Gottes   © Alle Rechte vorbehalten

Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel in Garabandal
Sonntag, der 2. Juli 1961

Bis weit in die ganze Provinz hatte sich die Ankündigung der Erscheinung der Jungfrau Maria verbreitet, und es kam eine große Menschenmenge nach Garabandal. Unter ihnen auch etwa ein Dutzend Priester und auch einige Ärzte. Auch Beamte der Guardia Civil mischten sich unter dem Vorwand, für Ordnung sorgen zu müssen, unter die Anwesenden. Sie gingen, den Kindern folgend, zu jenem Ort im Hohlweg, den man das Viereck, el cuadro, nennt, der den Mädchen am Tag zuvor vom Engel genannt wurde. Dieser Ort bot den Anwesenden etwas mehr Platz, so daß viele von ihnen auch von den erhöhten Standorten die Kinder gut sehen konnten, ohne Angst haben zu müssen, sie dabei zu erdrücken oder selbst erdrückt zu werden.

Kaum waren die Kinder vor der nacheilenden Menge dort angekommen, fielen sie auch schon auf die Knie und fühlten sich umgeben von einem wunderbar lichtvollen Glanz. Sie sahen vor sich eine über alles schöne Dame, begleitet von zwei Engeln, je einer zur Rechten und einer zur Linken. Einen davon erkannten sie als St. Michael, den anderen kannten sie nicht, doch: „Sie glichen sich wie Zwillingsbrüder“, schrieb Conchita später in ihrem Tagebuch. Die vier Mädchen unterhielten sich ausgiebig mit der allerseligsten Jungfrau Maria, und das in so vertrauensvoller Offenheit und unverbildeter Natürlichkeit mit ihren einfachen Worten, als sei sie eine ihnen ganz nahestehende Person, der sie unbegrenzt vertrauten. Sie erzählten ihr nacheinander von den kleinen Vorkommnissen aus ihrem ländlichen Alltag. „ Wir sagten ihr, daß wir auf das Feld gehen, daß wir ganz braun gebrannt sind und daß wir Heuhaufen machen mußten, und sie, sie lächelte dazu schrieb Conchita später in ihr Tagebuch. Es scheint aber auch, daß die Identität des Erzengels sie dabei sehr beschäftigte, denn Conchita sagte „Ich habe auch einen Bruder, der Michael heißt, aber ohne ,Sankt’“. Diese Bemerkung, zu der Erscheinung gesprochen, löste Lachen bei den anderen drei Mädchen aus.

Die Umstehenden konnten die Worte der leise sprechenden Kinder gut hören und schlossen aus ihren Fragen und Antworten auf das, was jeweils Gegenstand der wundersamen Unterhaltung war. Was Menschen zur Heiligen Jungfrau Maria sagen können, die ihnen offensichtlich zuzuhören scheint, und was sie mit Ihr sprechen, - die ansonsten nur mit inniger Sehnsucht betend und bittend angerufen werden kann -, und mit eigenen Ohren die Stimmen Ihrer Gesprächspartner mithörend zu verfolgen und dabeizusein: Das überforderte die Erlebnisfähigkeit vieler Umstehenden. Begeisterung und Zweifel, Beglückung und menschliche Ohnmacht wurden zur Marterspirale des zum Platzen gespannten Bewußtseins vieler Anwesenden. Was für ein Glück, was für eine Sehnsucht, was für eine Chance, was für eine Hoffnung, und das in San Sebastian de Garabandal! - Heilige Maria, bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen. - Was aber sind das für Kinder? Warum gerade sie? Warum hier? Warum, warum? Täusche ich mich? Ist das vielleicht ..., nein, es ist so. Ich sehe es ja mit eigenen Augen. Die Kinder. Ihre Haltung. Ihre Gesichter. Ihre Worte zur ..., ja, sie reden: zu wem? Warum höre ich die Antwort nicht auch, warum hören sie nur die vier Mädchen, warum nur sie? Heilige Maria, höre doch auch mich, höre meine Bitte, sieh meine Not! Heilige Maria. Das war die Situation der Anwesenden und die menschlich erdrückende Enge der Menschenmenge wurde für viele zur beglückenden Nähe zur alles vermögenden Fürsprecherin am Throne ihres Göttlichen Sohnes Jesus. Für andere schlug das Gewissen und löste durch die Gnade Gottes den Vorsatz zur Umkehr aus, wie später Don Valentin zu berichten wußte.

Die Himmlische Mutter sprach an diesem Tag sehr viel und lange mit den Kindern, gerade so, als sei sie ihre leibliche Mutter. Die Unterhaltung war, soweit es die Kinder betraf, von ehrfürchtiger Offenheit und zugleich vertrauensvoller Direktheit geprägt. Die Umstehenden konnten ja die Worte der Mädchen gut hören, auch wenn sie nur leise sprachen, denn es herrschte gespannte Stille unter den Anwesenden. An ihren Antworten konnte man ja erkennen, wovon gesprochen wurde, denn die Stimme der Erscheinung war nur für die vier Mädchen hörbar. Die Worte der Erscheinung aber öffneten Quellen unaussprechlichen Glücks in den Herzen der vier Sehermädchen, aus denen für diese unter den danach einsetzenden rücksichtslosen Fragen und Zudringlichkeiten das klare Wasser unbegrenzten Vertrauens auf die Jungfrau (la virgen), wie sie sie nannten, sprudelte.

Das war der denkwürdigste Tag im Leben dieser vier Kinder und sie waren erfüllt von einem Glück, das mit irdischen Freuden nicht vergleichbar ist. Mit Tränen in den Augen wurden sie tagsdarauf von der Lehrerin umarmt. Hatte sie doch, wie so viele andere auch, unmittelbar miterlebt, was ihren kleinen Schützlingen geschehen war. Zugleich aber war es der Beginn einer neuen Beziehung Gottes zu den Menschen, der Maria als Königin der Propheten eine neue Seite im Ablauf seiner Geschichte mit den Menschen aufschlagen ließ. Eine Vielzahl von Erscheinungen schloß sich in den folgenden Jahren daran an. Die Anliegen Mariens waren von so großer Bedeutung, daß nur ein einziger Besuch von ihr in der Flut der täglich auf die Menschheit einströmenden Reize und Nachrichten schnell aus dem Bewußtsein gespült worden wäre. So ist es der Güte Gottes zu danken, daß ihr so viel Zeit eingeräumt worden ist, um mit uns zu sprechen durch die Zeugnisse der Seherkinder von Garabandal.

Die vier Seherinnen beschrieben die sehr schöne Dame so: „Sie trägt ein weißes Kleid, einen blauen Mantel und eine Krone von goldenen Sternen, die wie spitze Kristalle funkelten. In ihren feinen und schmalen Händen hält sie ein braunes Skapulier, es sei denn, daß sie das Kind in den Armen hält. Langes kastanienbraunes Haar hat sie mit einem Scheitel in der Mitte. Ihr Gesicht ist oval mit einer feinen Nase, einem hübschen Mund und die Lippen sind ausgeprägt. Ihr Alter beträgt etwa 18 Jahre und sie ist eher groß. “ Sie sprachen außerdem von dem unnachahmlich wohltuenden Klang ihrer Stimme. „Niemand hat eine Stimme wie sie, “ pflegten sie zu sagen. Die Personen der Erscheinung standen immer mit dem Gesicht zu den Kindern gewandt. Sie wechselten den Standort ohne die Füße zu bewegen, blieben aber immer den Kindern zugewandt. Die überaus schöne Dame stellte sich ihnen als ,Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel’ (Nuestra Senora del Carmen) vor. Bei der ersten Erscheinung kündigte sie auch schon eine Botschaft an, und die Kinder erkannten bereits, daß ihr diese ein besonderes Anliegen und ein Grund ihres Kommens war.

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Die Anrufe vor den Erscheinungen

Schon schnell hatte man bemerkt, daß die Kinder wie von einer unsichtbaren Kraft pünktlich zum Erscheinungsort gezogen wurden. Zunächst war das rätselhaft, bis sie selbst ihren Eltern gegenüber von „Anrufen“ sprachen, an denen sie erkannten, daß ihnen eine Erscheinung bevorstand. Schon am Montag nach der ersten Erscheinung, so können wir es aus den Aufzeichnungen von Conchita entnehmen, geschah das. „Wir haben unseren Eltern gesagt, was die Anrufe waren, und sie zeigten sich erstaunt: Sie hatten noch nie etwas Ähnliches gesehen oder gehört!“ Es war zweifellos nicht leicht für die kleinen Mädchen mit ihrem einfachen Wortschatz, den Erwachsenen die Art der Anrufe zu erklären. In Conchitas Tagebuch lesen wir dazu: „Als (am Montag) die Stunde der ersten Erscheinung vom Sonntag näher rückte und weil unsere Eltern uns schon mehr glaubten, sagten sie zu uns:, Ihr müßt gehen und den Rosenkranz im cuadro beten. ’ Darauf antworteten wir: ,Man hat uns noch nicht gerufen. ’ Und sie überlegten und sagten dann:, Wie? Euch gerufen?’ Und wir haben ihnen dann erzählt, daß es wie eine innere Stimme ist: Wir hören sie nicht mit den Ohren; wir hören keineswegs unsere Namen rufen. Es ist eine,FREUDE’“.

Pater Eusebio Garcia de Pesquera OFM führt in seinem Buch dazu aus: »Da Conchita uns nicht zu sagen vermag, was diese Anrufe sind, deutet sie uns einige ihrer Wirkungen an. Wir befinden uns vor einem Fall von direkter Verbindung von Gott zur Seele ohne Vermittlung von Zeichen und Sprache. Unter der Einwirkung des göttlichen Wehens, das sie überfällt, ist die Seele von Licht, von Gewißheit, von freudiger Empfangsbereitschaft im Hinblick auf Gott oder die Heilige Jungfrau erfüllt, die sie ruft.«

Conchita aber fährt in ihrer Beschreibung fort: „Es gibt drei Anrufe: Der erste ist eine sehr schwache Freude, der zweite ist schon ein wenig stärker, aber beim dritten sind wir sehr erregt, und wir werden von Freude ganz durchströmt, und dann ist die Erscheinung da! Wir brechen beim zweiten Anruf auf: denn wenn wir beim ersten Anruf aufbrechen, müssen wir manchmal sehr lange warten, weil sehr viel Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Anruf vergeht. “

„Nach dieser Unterhaltung (mit den Eltern) hatten wir einen Anruf, und wir haben ihn ihnen (den Eltern und Umstehenden) mitgeteilt.

Wir vier waren beisammen, und es gab viele Leute; solche, die nicht daran glaubten, ... sagten zu Don Valentin, dem Pfarrherrn:, Warum nicht zwei von ihnen ins Haus von Loli und die beiden anderen ins Haus von Conchita setzen?’ Und Don Valentin sagte: .Das ist eine gute Idee’“ Die Eltern erlaubten es und so wurde es also gemacht. Loli und Jacinta bei Loli zu Hause und Marie-Cruz und Conchita bei Conchita zu Hause. „Eine halbe Stunde später hatten wir den zweiten Anruf... dann fanden wir uns alle vier zu gleicher Zeit im cuadro ein, und die Leute waren erstaunt. “ Dabei muß ergänzend bemerkt werden, daß die Kinder weder eine Uhr noch den Zugang zu einer Uhr gehabt hatten und von den Erwachsenen auch absichtlich nicht über die Zeit informiert wurden.

„Im Augenblick, als wir im cuadro ankamen, erschien uns die Heilige Jungfrau mit dem Jesuskind, aber die Engel waren nicht da.
Die Heilige Jungfrau lächelte sehr, ebenso das Jesuskind;

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Die Art und Dauer der Erscheinungen

Später sprach man davon, daß die Allerseligste Jungfrau Maria in Garabandal über lange Zeit hin bei den Kindern und mit ihnen in Garabandal gelebt habe. So oft kam sie in den ersten beiden Jahren, manchmal mehrmals am Tage und auch bei Nacht. Schon bald erschien sie ihnen nicht nur im cuadro, sondern auch in den Häusern, auf den Gassen, sie ging mit ihnen durch das Dorf, besuchte mit Ihnen zusammen Kranke in den Häusern, oder sie ging mit ihnen zum Friedhof, um sie dort aufzufordern, für die Verstorbenen zu beten. Oft aber ging sie mit ihnen in die Kirche vor das Allerheiligste, um Jesus zu besuchen im Allerheiligsten Sakrament, bis es den Kindern auf Geheiß des Bischofs verboten wurde, die Kirche zu betreten. Pfarrer Don Valentin mußte die Kirche verschlossen halten. So kam es zu eindrücklichen Ekstasen an der verschlossenen Kirchentür. Besonders oft aber erschien sie ihnen bei einer Baumgruppe von Kiefern auf einer Anhöhe über dem Dorf, „los pinos“ genannt, wohin der steinige Hohlweg, la calleja, hinaufführt. Maria liebte diesen Ort besonders und sie sagte einmal zu den Kindern: „Dieser Ort ist heilig, denn Gott liebt diesen Ort“.

Dazu sei kurz bemerkt, daß diese Bäume einmal am Weißen Sonntag von den Kommunionkindern des Dorfes anläßlich ihrer Erstkommunion gepflanzt worden sind. Jedes Erstkommunionkind pflanzte dort einen Baum, symbolisch für sein Leben. Das berichtete Aniceta Gonzalez und sagte, daß es eine Idee des längst verstorbenen Großvaters von Conchita gewesen sei.

Die Visionen fanden häufig für alle vier gemeinsam statt, aber es kam auch vor, daß nur dem einen oder dem anderen Mädchen allein eine solche zuteil wurde. Die Ekstasen konnten mehrere Stunden, aber auch nur wenige Minuten dauern. Zu beobachten war jedoch, daß die kleinen Visionäre dabei jegliches Zeitempfinden vermissen ließen, denn sie bettelten auch nach langen Erscheinungen von zwei Stunden und mehr: „Oh, Ihr wollt schon gehen? Ihr seid ja nur eine kleine Minute hier gewesen ... Wartet doch noch ein klein wenig!“ Gewissermaßen als Trost ließ sie dann die Heilige Jungfrau in einer „großen Freude“ zurück, die den lebhaften Drang, ihre Fehler zu bekämpfen und den Entschluß, ihren Eltern besser zu gehorchen, beinhaltete. Eine im Hinblick auf den Ursprung der Geschehnisse bemerkenswert positive Auswirkung auf das Wesen und das Verhalten der Visionäre in dem durch sie danach ausgeübten Gehorsam.

Als es für die Umstehenden feststand, daß die Kinder während der Ekstasen jeglicher Beeinflussung entzogen waren, versuchte man sie zu irgendeiner Reaktion zu bringen. Man stach sie mit Nadeln bis zu einigen Zentimetern tief oder hielt eine brennende Kerze unter die kleinen Arme; man blendete sie mit starken Lampen von 1000 Watt nur wenige Zentimeter vor ihren Augen. Dabei zuckten sie nicht einmal mit den Wimpern. Einige Male versuchten starke Männer die kleinen Körper vom Boden aufzuheben. Trotz großer Kraftanstrengung gelang es ihnen nur um wenige Zentimeter, denn sie schienen wie angewurzelt zu sein. Wenn sie das betreffende Kind losließen, krachte es' gut hörbar mit den Knien auf die Steine, so daß die Umstehenden von schmerzhaftem Grausen und von der Furcht ergriffen wurden, dem Kind könnte ein Schaden zugefügt worden sein. Aber alle diese Manipulationen hinterließen jeweils keinerlei Folgen. Wenn man die Seherkinder danach befragte, so wußten sie nichts davon und konnten sich nicht daran erinnern, daß ihnen solches widerfahren wäre. Die Einstiche sah man zwar auch hinterher noch, aber sie waren für die Kinder völlig schmerzfrei und blieben es auch. Conchita erzählte dem Autor einmal davon und sagte: „Ich sah an meinem Oberarm mehrmals kleine Stichwunden und wußte lange nicht woher sie kamen, bis mir meine Mutter sagte ,Der gewisse N.N. hat dich dort während der Erscheinung (apariciön) mit einer Nadel gestochen, er hat es mir gesagt, damit ich mich nicht beunruhigen soll wegen dieser kleinen Wunden.’ Ich habe davon jedenfalls nichts bemerkt“.

Die Eltern von Marie-Loli waren in einer Winternacht einmal sehr besorgt um ihr Kind, daß es sich erkälten würde, als es nur mit dünner Bettbekleidung in Ekstase aus dem Haus lief und einer langen Erscheinung der Gottesmutter gewürdigt wurde. Der Vater lief ihr nach und stand selbst frierend die ganze Zeit neben ihr. Er faßte das Kind immer wieder an. Es war bettwarm. Als sie ins Haus zurück kehrten war sie immer noch bettwarm, keine Spur von Kälte war an ihr zu bemerken. Das berichtete der Vater von ihr, Ceferino Mazön, dem Autor persönlich und versicherte, daß er das ja selbst an ihr überprüft habe. Während der Ekstasen waren die Sinne der kleinen Sehermädchen für das natürliche Leben wie ausgeschaltet, sie waren aber wie geöffnet gegenüber der Erscheinung. Ihre Erinnerung bezog sich für die Zeit der Ekstasen ausschließlich auf das Geschehen der Vision und nicht auf das, was um sie herum geschah. Sie waren jeweils wie losgelöst, physisch und psychisch, von der um sie herum existierenden Wirklichkeit und wie eingetaucht in die transzendente Wirklichkeit der ihnen widerfahrenen Erscheinung. Ihr Zustand war für die Umstehenden und oft prüfend kritischen Anwesenden dafür ein nicht zu leugnender Beweis.

Des öfteren betete die Erscheinung auch mit ihnen und sie lehrte die Kinder mit Andacht und Innerlichkeit zu beten. Davon zeugen beeindruckende Tondokumente. Ganz langsam und ehrfürchtig wurden das , Vaterunser’ und die ,Gegrüßet seist du, Maria’ gebetet, wobei die Heilige Jungfrau nur das ,Vaterunser’ mitbetete. Sehr oft führten die Kinder auf Geheiß der mütterlichen, unwiderstehlich schönen Frau ein Kreuz zu den Lippen dieser oder jener Person. Das geschah mit traumwandlerischer Sicherheit und oft ohne daß sie sich zu dieser Person umdrehten oder sie anblickten. Ihr Blick blieb dabei zumeist auf die Erscheinung gerichtet und ihre Hand bewegte sich, wie unsichtbar geführt, zielsicher zum Munde der betreffenden Person, die so zur Verehrung des Kreuzes und zum Kuß desselben aufgefordert wurde. In gleicher Weise gaben sie so auch Gegenstände zurück, die ihnen von bestimmten Personen vor der Ekstase gegeben wurden. Dabei konnten sie nicht wissen, wo diese Personen während der Erscheinung standen. Zu Verwechslungen kam es dabei aber niemals. In dieser Geste kam für viele der Betroffenen zum Ausdruck: Nimm dein Kreuz an und trage es meinem Sohn Jesus nach, so wie ich, eure Mutter, das Kreuz meines geliebten Sohnes mit schmerzendem Herzen in der Ergebenheit in den Willen des Vaters in Liebe mit ihm bis nach Golgatha getragen habe.

Maria ging stets auf die kleinen Dinge des einfachen ländlichen Alltages der Kinder ein oder lächelte zur einen oder anderen Begebenheit, wie eine gütige Mutter, die der Begeisterung ihres kleinen Kindes mit Interesse zuhört. Einmal sagte sie zu ihnen: „Ihr habt bei euch hier viele Dinge noch so, wie ich sie in meinem Leben auch gehabt habe“. Gemeint waren die einfachen häuslichen Verhältnisse, wie z. B. der Herd mit offenem Feuer oder die einfachen Schlafplätze aus Laub und Stroh.

Eine andere auffallende Tatsache war die der ekstatischen Gänge, manchmal rückwärts, den Kopf weit nach hinten geworfen und steil gen Himmel zur Erscheinung hochblickend. Hindernisse, wie Gräben oder große Steine, die dabei im Weg lagen, wurden mühelos, ohne auch nur einmal zu stolpern, überwunden oder umgangen, und das hin und wieder mit solch flinker Schnelligkeit, daß selbst sportlich trainierte Personen, die sie begleiteten, nur mit Mühe folgen konnten. Es schien dabei gelegentlich, daß in Anwesenheit der Heiligen Jungfrau Maria die physikalischen Gesetze der Schwerkraft aufgehoben wurden, wenn sich eines der Kinder plötzlich so vom Boden erhob, daß ein Mann seinen Spazierstock unter dessen Füßen hin und her bewegen konnte. Einmal gingen alle vier, an den Armen eingehängt, nebeneinander über die kleine schmale Brücke des Dorfbaches auf dem Vorplatz der Kirche. Während nur zwei mit ihren Füßen auf der Brücke nebeneinander gehen konnten, gingen die anderen beiden links und rechts, ohne Boden unter den Füßen zu haben, schwebend über den Bach. Das wurde von mehreren Anwesenden unabhängig voneinander beobachtet und berichtet. Auch geschah es, daß sie flach nach rückwärts geneigt und waagrecht über dem Boden schwebend, liegend, mit den Füßen den Boden berührend, gingen oder so längere Zeit verharrten. Zu beobachten war dabei, daß ihre Kleidung sich so verhielt, als ob sie aufrecht stehen würden.

Solche und noch andere außerordentliche Begebenheiten ereigneten sich zumeist dann, wenn irgendwelche Personen unter den Anwesenden waren, die entweder quälende Zweifel an der Echtheit der Phänomene und der Erscheinungen hatten oder überhaupt dadurch vom Zustand des Unglaubens in den des Glaubens gelangten. Darunter waren auch Priester, wie z. B. der Jesuit Pater Ramön Andreu.

Ein Priester stellte Conchita einmal vor die Probe: „Wenn Dir ein Engel erscheint und in demselben Augenblick ein Priester begegnet:
wen grüßt Du zuerst?“ Nach einer kurzen Überlegung verbarg sie ihre Unsicherheit in der Antwort: „Das war noch nie, ich weiß es nicht. “ Der Priester aber wollte die Art und Herkunft der Erscheinung prüfen und bat sie, die Erscheinung deshalb zu fragen, was alsbald geschah. „Die Heilige Jungfrau hat mir gesagt, daß ich zuerst den Priester begrüßen soll, denn nur er hat die Vollmacht Brot und Wein in Leib und Blut Jesu zu verwandeln. Deshalb steht er höher als der Engel“. Der fragende Priester glaubte daraufhin an die Erscheinungen der Heiligen Jungfrau und man beobachtete, daß ihm Tränen über die Wangen liefen. „Du bist ein Kind der göttlichen Gnade,“ stammelte er erschüttert, aber Conchita machte sich nichts daraus, sie war nur sehr glücklich darüber, daß dieser Priester j etzt glauben konnte.

Maria griff oft zu außerordentlichen Mitteln, um ihrer mütterlichen Sorge um die Bekehrung Nachdruck zu verleihen, weil für den modernen aufgeklärten Menschen natürliche Vorgänge mit natürlichen Ursachen erklärt werden können und somit zur Ablehnung dessen führen, was man ja nicht sehen kann, eben die Erscheinung. Wenngleich dadurch auch die Vision im wissenschaftlichen Sinne nicht nachprüfbar wurde, so wurden derartige Vorgänge doch zum nicht wegzuleugnenden Zeichen für die Wirklichkeit dessen, was die Kinder erlebten und sahen. Die dabei immer wieder erfahrbare Tatsache, daß auf den jeweiligen außerordentlichen Zustand der Seherkinder überhaupt kein Einfluß genommen werden konnte, ist oftmals und gründlich von vielen unabhängigen Fachleuten, wie Ärzten, Psychologen, Theologen und urteilsfähiger Intellektueller zweifelsfrei festgestellt worden. Nur überhebliche Ignoranz konnte daran achtlos Vorbeigehen und behaupten, daß das suggestive Kinderträume und Spiele kleiner Mädchen seien, die mit natürlichen Mitteln zu erklären sind. Behauptungen, die übrigens die Tätigkeiten der vom damaligen Bischof eingesetzten Prüfungskommission nicht gerade von Ehrlichkeit und sachbezogener Kompetenz geprägt erscheinen lassen. Ein Faktum, das für den heutigen Bischof zum Dilemma wird, da er das Gegenteil nicht mehr beweisen kann, denn was will er prüfen? Der einzige Weg wäre eine von allen noch lebenden Mitgliedern der Prüfungskommission Unterzeichnete Revidierung ihrer damaligen Prüfungsergebnisse. Aber auch dann bliebe der Zugzwang bei der nicht mehr zu rekonstruierenden Situation stehen, da die Zeit der Erscheinungen vorüber ist und kein Gegenstand der Prüfung mehr gegeben ist. Doch die Großherzigkeit des Dreifältigen Gottes hat im Geschehen von Garabandal die Kleingläubigkeit der Menschen bereits eingeplant: Die Prophetie der noch angekündigten Ereignisse. Ihre Erfüllung wird dann der Beweis sein dafür, daß Gott der Urheber dieser Ereignisse war. Unwiderlegbar und endgültig. Wird es aber dann nicht bereits zu spät sein, wie an anderer Stelle näher ausgeführt wird?

Heute sind wir um das Bekenntnis des damaligen Leiters der kirchlichen Prüfungskommission Dr. Luis Morales Noriega reicher, der in einem vielbeachteten Vortrag im Mai 1983 im Ateneo von Santander vor Priestern, Intellektuellen, Ärzten und einer überaus großen Zahl von interessierten Zuhörern in Gegenwart des zuständigen Bischofs von Santander über die Ereignisse von Garabandal sinngemäß sagte: „Als wir vom damaligen Bischof beauftragt wurden, die Angelegenheiten in San Sebastian de Garabandal zu prüfen, sind wir mit der vorgefaßten Absicht dort hingegangen, Gründe für die Ablehnung zu finden, die überall zu finden sind, wo man sie ernstlich sucht. ... Ich bin heute davon überzeugt, daß wir wahrscheinlich an einem der größten Gnadenerweise Gottes für unsere Zeit und die ganze Kirche achtlos vorübergegangen sind. Ich bin überzeugt davon, daß es die Allerseligste Jungfrau Maria war, die uns und damit die Kirche aufgesucht hat.“

Oft mögen es die Bedürfnisse und Nöte der vielen Menschen gewesen sein, die um der Anwesenheit der Heiligen Jungfrau willen hilfesuchend nach Garabandal kamen, und von deren innerer Not und äußerer Bedrängnis ihre Anwesenheit und mütterliche Sorge herausgefordert wurde. Bekehrungen und Heilungen, Tröstungen und Hilfen in geistlicher und leiblicher Not wurden in beachtlicher Zahl bekannt. Der Glaube der jeweils Beschenkten führte sie auf das direkte Eingreifen und die Fürsprache der Jungfrau Maria zurück.

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Das Geschenk der segnenden Küsse

Pater Eusebio schreibt dazu in seinem Buch: „An diesem Montag des Monats Juli, dem Tag der zweiten Erscheinung Mariens, der Königin und Mutter, stellte man nicht nur das Phänomen der Anrufe fest, sondern auch ein anderes Phänomen, von dem ich in der Kirchengeschichte kein Beispiel kenne, das aber in der Geschichte von Garabandal ganz charakteristisch ist und das ich .die Gnade der Küsse’ zu nennen wage.“

Im Tagebuch der Conchita finden wir dazu die Zeilen: „Man gab uns Gegenstände, damit wir sie von der Jungfrau küssen ließen, und sie küßte sie alle. “

Im Verlaufe der Geschichte der Erscheinungen von Garabandal stößt man sehr häufig auf diese Art von Freigebigkeit der Jungfrau Maria. Es ist unmöglich hier auf alle Fälle einzugehen, aber einige Beispiele mögen diese außergewöhnliche Handlungsweise für den kritischen, nach dem Glauben suchenden Menschen verstehbarer machen.

Sogar kleine Steine, die sie zuvor gesammelt hatten, boten die Kinder der Erscheinung zum Kuß an. Eines Tages hatte eines der Mädchen einen kleinen Haufen solcher Steine vorbereitet, um sie der Erscheinung zum Kuß anzubieten. Während sie einen der kleinen Steine darreichte, hörte man die Kleine sehr deutlich sagen: „Wie? Dieser ist schon geküßt worden ? Aha! Es ist der von Andreas. “ Das berichtete Pater Ramön Andreu SJ, der es selbst miterlebt hatte. Es zeigt, daß die von Maria geküßten Gegenstände für uns unsichtbar gezeichnet sind und daß sie jederzeit von ihr erkannt werden.

Ein kleiner Stein hat keinerlei Wert in sich, aber von der Jungfrau Maria geküßt wird er zu einer unschätzbaren Kostbarkeit, zu einer Brücke zu ihr, der fürbittenden Allmacht. Die Muttergottes dehnte die Wirkung ihres Kusses sogar noch auf jene Gegenstände aus, die mit Glauben und im Vertrauen in der Absicht, die Verheißungen ihres Kusses weiterzugeben, an den von ihr geküßten Gegenständen berührt werden.

Aber die Heilige Jungfrau küßte nicht nur Steine, einfache Steine mit dem Klang biblischer Symbolhaftigkeit, sie küßte besonders auch unzählige Medaillen, Rosenkränze, Kreuze, Bildchen und Eheringe. Gleicherweise küßte sie auch Gegenstände, die anderen Anwesenden für die Lippen der Jungfrau Maria sehr unwürdig erschienen. Eines Tages erwartete Conchita, umgeben von zahlreichen Personen, in ihrer Küche die Erscheinung. Auf dem kleinen von der Wand abklappbaren Tisch häuften sich die Gegenstände, die sie zum Kuß darreichen sollte. Ein Mann stellte dort eine hübsche Puderdose dazu. Conchita und die Umstehenden wollten ihn daran hindern, in der Meinung, daß die heilige Jungfrau keinen Gegenstand küssen werde, der zur menschlichen Eitelkeit gebraucht wurde. Die Puderdose blieb aber stehen zum Verdruß einiger besorgter Anwesender.

Der Augenblick der Ekstase war gekommen und die Umstehenden sahen mit Überraschung, wie die Hand der Seherin sich zuerst und ohne zu zögern zu der Puderdose wandte, sie ergriff und sie zur Erscheinung emporhob. Mit größter Ehrfurcht setzte Conchita sie zurück auf den Tisch. Die Anwesenden werden wohl in diesem Augenblick von Zweifeln geplagt gewesen sein, ob es tatsächlich die Allerseligste Jungfrau Maria war, die da erschien, oder ob es sich um einen Spuk des Teufels handeln könnte, der sich dem Gegenstand menschlicher Eitelkeit zuerst zuwandte. Unmittelbar nach Beendigung der Ekstase befragte man Conchita sofort deswegen. Sie erklärte, daß die Heilige Jungfrau ohne zu Zögern von ihr zuerst diese Puderdose verlangt habe, indem sie sagte: „Das ist etwas von meinem Sohn.“ Conchita wußte nicht mehr darüber zu sagen, aber derjenige der sie hingestellt hatte, enthüllte den Anwesenden, daß diese Puderdose im Bürgerkrieg in der roten Zone, in der die Priester verfolgt wurden und sich verstecken mußten, dazu diente, die Heiligen Gestalten zu einigen zum Tode verurteilten Gefangenen zu bringen. Die unwürdig scheinende Puderdose hatte als Hostienbehälter ihrem Göttlichen Sohn gedient. Sie wurde darüber hinaus für deren Eigentümer und auch für die Umstehenden zum Beweis, daß hier die Mutter dessen anwesend war, dessen Gegenwart diese Puderdose in den heiligen Hostien einmal umschlossen hatte.

Eine oft festzustellende Tatsache war, wie bereits im vorigen Kapitel angedeutet, daß sich die Mädchen trotz der großen Zahl von Gegenständen bei der Rückgabe an ihre jeweiligen Besitzer während der Ekstasen niemals irrten, auch wenn sie diese nicht sehen konnten oder diese absichtlich ihren Standort gewechselt hatten. Wenn sie Gegenstände Zurückgaben, behielten sie immer die Blickrichtung zur Erscheinung bei. Für alle Anwesenden war jeweils gewiß, daß eine unsichtbare Person die Kinder bei diesen Handlungen führt und ihnen dazu die Anweisungen geben mußte. Anders ließe sich solches Verhalten auf keine Weise erklären.

Jacinta reicht unter aufmerksam prüfender Beobachtung zweier Theologen
der Heiligen Jungfrau einen Rosenkranz zum Kuß.

Von außerordentlichen Gnadenerweisen und Heilungen berichtet man, auch wenn diese in der Mehrzahl weder aufgezeichnet noch überprüft worden sind. Sie wurden in dem Augenblick erlangt, in dem die Gegenstände der Erscheinung gereicht wurden oder während sie den Eigentümern zurückgegeben wurden oder aber auch später, wenn sie mit Vertrauen und unter Anrufung ihrer Fürsprache gebraucht wurden.

In den vergangenen Jahrzehnten sind eine ganze Reihe medizinisch unerklärbarer Heilungen bekannt geworden, die anscheinend darin ihre Ursache haben, daß die Betroffenen voll Glauben und Vertrauen Hilfe und Heilung durch die Verehrung und den Gebrauch / solcher von der Heiligen Jungfrau geküßter Gegenstände suchten. Das wiederum entsprach dem Rat, den sie einmal den Menschen über die Seherkinder gab: „Die von mir geküßten Gegenstände bringt zu den Kranken und Leidenden. Mein Göttlicher Sohn Jesus wird diesen Menschen dadurch Trost, Hilfe im Leiden oder Heilung gewähren. “ Darüber hinaus versprach sie allen, daß diejenigen, die diese Gegenstände verehren und mit Vertrauen an sich oder bei sich tragen, ihren besonderen Schutz und ihre Führung erfahren werden. Zugleich aber sagte sie auch, daß sie ihnen nicht versprechen könne, dadurch ein leichteres Leben zu haben, vielmehr würden sie ihr Fegfeuer schon in der Zeit ihres irdischen Lebens durchmachen. Sie kündigte weiterhin an, daß ihr Sohn Jesus durch die Verehrung dieser Gegenstände Wunder wirken werde.

Zweifellos eine ungeheuere Verheißung, deren Bedeutung auf das ewige Heil der Seelen ausgerichtet ist. In der Konsequenz bedeutet es, daß sie, Maria, sich für diese Menschen in außerordentlicher Weise einsetzen will, damit sie das Ziel, das ewige Leben, erreichen. Zugleich aber bedeutet das auch, daß sie sich um den Glauben dieser Menschen kümmern will und darum, daß er diesen Menschen nicht verloren geht. Ja, sie geht sogar noch weiter, sie schafft mit der Verheißung zu den von ihr geküßten Gegenständen ihren armen glaubensschwachen Kindern eine Brücke zum Verstehen der Worte ihres Sohnes: „Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge sagt: Hebe dich hinweg und stürze dich ins Meer, und nicht zweifelt in seinem Herzen, sondern glaubt, daß alles geschieht, was er sagt, dem wird es geschehen. Darum sage ich euch: Bei allem, um was ihr betet und fleht, glaubt, daß ihr empfangen habt, und es wird euch zuteil werden (Mk 11,22-24)“.

Maria ist für uns das einzigartige Vorbild eines festen Glaubens ohne Zweifel, eines starken Glaubens, wie ihn Petrus nicht hatte, als er aus dem Boot auf die Wasserfläche trat, um seinem Herrn entgegen zu gehen. Der Zweifel war es, der ihn vor den Augen seines Herrn in den Fluten versinken zu lassen drohte, hätte nicht Jesus ihn ergriffen und vor dem Untergang gerettet. Bei Maria war das ganz anders: Sie glaubte ohne zu zweifeln. Von Zweifeln blieb sie verschont, da sie frei von der Erbsünde war. Elisabeth hat es vom Heiligen Geist erfüllt ausgesprochen: „Selig, die geglaubt hat, daß in Erfüllung gehen wird, was ihr gesagt worden ist vom Herrn“ (Lk 1,45).

Durch ihren Kuß bindet sie sich mit ihrer Verheißung an uns, wenn wir uns mit unseren Bitten an sie wenden, und sie kommt unserem von Zweifeln geschwächten Glauben zu Hilfe mit ihrer Fürsprache, wenn wir uns in der Absicht ihrer Demut zu folgen an sie wenden. Sie ist es dann, die für uns im Vertrauen auf die Kraft Gottes bittet und unserem schwachen Glauben zu Hilfe kommt. Ihre mütterlich fürsorgliche Liebe zu uns, ihren Kindern, vermittelt uns die Gnade Gottes, von der sie selbst über und über voll ist. „Gebenedeit bist du unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!“ (Lk 1,42).

Hinter diesen Feststellungen verbirgt sich das Geheimnis ihrer Gnadenvermittlung. Gott selbst hat ihren demütigen Glauben erkannt, den Glauben an das menschlich Unmögliche, empfangen zu haben, ohne einen Mann zu erkennen. Sie hat ,Ja“ dazu gesagt, weil sie glaubte, weil sie vertraute, und weil sie sich zugleich vollkommen, anbetend und dienend in den Willen des Allerhöchsten ergab. So ist Maria zum Brückenpfeiler der Brücke geworden, über die Gott als Mensch zu den Menschen gegangen ist. Niemals wird ein anderes Geschöpf von solchem Glück erfüllt worden sein und werden wie Maria, die Jungfrau von Nazareth. In diesem Augenblick der höchsten Freude spannte sich bereits der Bogen zur Erfahrung des tiefsten Schmerzes, der ihr Herz durchdringen sollte, wenn ihr geliebter Sohn unsäglich leidend die Schuld der Welt auf sich nimmt. Zwischen ihrer unbeschreiblichen Freude und ihrem unsagbaren Leid wird die ganze Größe und Tiefe ihrer Liebe sichtbar, mit der sie zum Brückenkopf der Gnaden Vermittlung für die ganze Menschheit wurde im Ozean des Verlorenseins durch die Erbsünde. Kein Leid und kein Schmerz reichen heran an ihren Schmerz, aber auch keine Freude, denn indem Gott selbst in ihr Mensch geworden ist, besaß sie IHN, der die Erfüllung, der die Liebe ist, als Ganzes. Weil in ihr das ganze Spektrum menschlicher Erfahrbarkeit Wirklichkeit wurde, sind auch kein Leid und keine Freude so groß, daß sie über den Rahmen ihres mütterlichen Mitgefühls hinausgehen könnten. Sie selbst wurde zum kostbaren Gefäß der göttlichen Liebe zu den Menschen, und so ist ihre Liebe zu den Menschen ungeteilt und ohne Grenzen. Sie wurde zur Quellmündung der göttlichen Gnade aus der die Liebe des Dreieinigen Gottes zu uns Menschen unaufhörlich fließt.

Ihr Kuß ist das Symbol dieser tiefinnigen Liebe zu uns, ihren Kindern. Zugleich aber erkennt sie uns an der Verehrung dieses liebevollen Kusses des von uns verehrten Gegenstandes und kommt uns entgegen mit ihrer überaus mütterlichen Fürsorge. Aber nicht nur sie erkennt uns, sondern ihr Göttlicher Sohn Jesus erkennt uns gleichermaßen daran, denn sie sagt: Mein Sohn wird ... dann Wunder wirken.“ Übrigens auch ein lichtvoller Beweis für die in Ewigkeit andauernde innige Verbindung mit ihrem Sohn, der Gott selbst ist. So wie wir im Glauben tatsächlich über die Kraft Gottes verfügen können, wenn unser Glaube nur groß genug ist, so verfügt sie mit ihrer Verheißung, unserem kleinen Glauben durch ihre Fürsprache zuhilfe kommend, über die Kraft Gottes. Wenn wir uns also mit Bitten an Maria wenden, so ist nicht sie es, die dieses oder jenes bewirkt, sondern ihre Fürsprache ist es, mit der sie unseren kleinen unvollkommenen Glauben ergänzt und uns zu Hilfe kommt, um das Herz Gottes zu rühren und seine Kraft zu benutzen. „Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn groß, so könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Nimm deine Wurzeln heraus und verpflanze dich ins Meer! Und er würde gehorchen“ (Lk 17,6). Wer von uns normalen Menschen könnte von sich behaupten, daß sein Glaube auch nur so groß wie ein Senfkorn sei?

In einer nicht ganz selbstverständlichen Betrachtung dieser Zusammenhänge kann man erkennen, daß Maria neben den Nachfolgern der Apostel jetzt für uns, in menschliche Begriffe gefaßt, die Aufgaben erfüllt, die ihr Sohn Jesus zu seinen Lebzeiten seinen Mitmenschen gegenüber beim Vater erfüllt hat. Wenngleich wir auch feststellen, daß nur ganz vereinzelte Nachfolger der Apostel die Größe des Glaubens besitzen, die jenem senfkorngroßen Glauben gleichkommt; so zum Beispiel bei Menschen wie Pater Pio, der vor den Augen der ganzen Welt Wunder zu wirken im Stande war, wie sie uns im Evangelium von Jesus überliefert sind und der auf geheimnisvolle Weise auch mit dem Geschehen in Garabandal verbunden war. Wie Jesus den Vater anrief, um dieses oder jenes zu bewirken, und damit den betreffenden Wunsch eines einzelnen Menschen zu seinem eigenen machte, so ist es jetzt Maria, die sich unsere Bitte an sie zu eigen macht und Fürsprache einlegt für uns in ihrer von Gott verliehenen Stellung als Mutter seines Sohnes, weil sie ohne zu zweifeln geglaubt hat. Jesus sprach von diesem Glauben zu seinen Jüngern und machte auf diese Weise deutlich, daß sie die Größe dieses Glaubens nicht ohne weiteres besitzen. Maria aber hat die Prüfung ihres Glaubens vor dem Engel bestanden, und sie wurde von Gott ausgezeichnet und zur Mutter seines Sohnes erhoben.

Trotz alledem werden wir durch ihre Fürsprache nicht von der demütigen Annahme des göttlichen Willens befreit. „Vater, Dein Wille geschehe, nicht der meine!“ Wenn nun dieser Wille, der immer unser Heil im Auge hat, besagt, daß wir dieses oder jenes Kreuz tragen sollen, so ist es bei aller Schwere das Allerbeste, wenn wir es zu tragen versuchen. Wir werden ihre Hilfe kraftvoll verspüren, je williger wir das Kreuz annehmen. Wir dürfen davon ausgehen, daß sie uns das Kreuz umso kräftiger tragen hilft, je mehr wir mit unserem Kreuz das Kreuz Jesu entlasten wollen. Das bedeutet, daß wir auch lernen müssen das Kreuz für Jesus zu lieben. Diese Zusammenhänge kommen in der Geschichte von Garabandal, die die über vierjährige Geschichte Mariens mit den Menschen ist, klar zum Ausdruck.

Es führt allerdings in diesem kleinen Buch zu weit, das nur einen kurzgefaßten Überblick über das Geschehen geben will, alle diese Zusammenhänge durch Geschehnisse in Garabandal zu belegen.

An den Beispielen, wie Maria den Umgang mit den vier Seherkindern in Garabandal gepflegt hat, erkennen wir, was für eine Mutter wir an ihr haben, obwohl sie unserem Auge verborgen bleibt. Bernhard von Clairvaux hat die Süßigkeit, mit der Maria seine Verehrung zu ihr erwiderte, erkannt und benannt. In der Geste ihres Kusses leuchtet diese Erwiderung auf. Wenn das Herz als der Ort der Güte und Liebe betrachtet wird, so ist der liebevolle Kuß Ausdruck der liebenden Innigkeit.

Wiederum verspricht sie das ewige Heil, wie bereits in Fatima. Das ewige Heil! Wer von uns kann ermessen, was das zu bedeuten hat? Ist nicht gerade das für viele von uns in einer allzu nüchternen, materiellen und wohlhabenden Zeit zu einem ungewissen und unwirklichen Wert geworden, weil wir nur zu leicht die Verpflichtungen, die aus dem Glauben an Gott erwachsen, in die Zeit des Alters aufschieben, wenn wir nicht mehr fähig sind, uns an den „unbegrenzten“ Möglichkeiten des modernen Lebens zu berauschen? Wenn wir nicht mehr machen können, was wir für machbar halten. Wenn wir nicht mehr erreichen können, was wir für erreichbar halten. Wer aber kennt seine Zeit? Kann nicht die nächste Stunde schon die letzte sein? Die Stunde der Wahrheit über unser ganzes Leben. Die Stunde der Entscheidung für die ganze Ewigkeit; für immer bei Gott zu sein oder in der nicht mehr aufhörenden unerträglichen Trennung von IHM zu schmachten. Auch können wir uns bei keiner Versicherung dagegen versichern, von irgendeiner Krankheit befallen zu werden, die den Lebensspielraum entscheidend einschränkt.

Sicherlich aber sollten wir es nicht so verstehen, daß wir solche von Maria geküßten Gegenstände achtlos beiseite legen dürfen, um sie dann mit der Gewißheit, ein Patentrezept zu kennen, hervorzuholen, wenn der Schuh unserer Schuld zu drücken beginnt, in der Absicht dadurch von unbequemen Kreuzen befreit zu werden. Solche Gegenstände sind über das besondere Geschenk durch die Allerseligste Jungfrau Maria hinaus vor allem eine Verpflichtung für den, der einen solchen Gegenstand besitzt. Trotz aller menschlichen Schwäche bleibt ein von der Jungfrau Maria geküßter Gegenstand eine ständige Verpflichtung zur Umkehr und Demut. Er wird zur Brücke des Glaubens an die Kraft ihres Glaubens vor Gott, wenn sie für uns Fürsprache einlegt vor seinem Thron. Zugleich aber vermittelt ein solcher Gegenstand das Gefühl ihrer Nähe und der Geborgenheit bei ihr, der Himmlischen Mutter. Wenngleich wir auch den Kuß der himmlischen Mutter selbst nicht verspüren können, so bietet sie uns die Möglichkeit an, ihren Kuß mit Glauben und Vertrauen durch ihre Fürsprache erfahren zu können.

Aus den Buch: Garabandal - Der Zeigefinger Gottes  
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Die allerheiligste Jungfrau Maria
Aus den Buch: So sprach Maria in Garabandal   © Alle Rechte vorbehalten

Es versteht sich von selbst, daß die Heilige Jungfrau nicht mit dem gleichen Titel wie Jesus "Retterin” genannt werden kann. ”Kein Geschöpf kann jemals in eine Reihe mit dem menschgewordenen Wort und Erlöser gestellt werden” (LG, 62).

Unsere Ausführungen werden im übrigen — wie man feststellen wird — nicht spekulativer, sondern beschreibender Natur sein.

Maria kommt in Garabandal:

1. als Besucherin

Bezeichnend ist in dieser Hinsicht der von ihr gewählte Tag für ihre erste Erscheinung: Das Fest der Heimsuchung, der 2. Juli. Wie wir es später im einzelnen darlegen werden, besucht sie ein ganzes Dorf.

Am 11. September 1961 nimmt sie Conchita in der Ekstase zu Loli mit auf Besuch und Loli, um Conchita zu besuchen (Zeuge: M. Rousseau — Vellones). Die Seherinnen besuchten sich häufig gegenseitig unter Führung der Heiligen Jungfrau, wie Don Valentin Marichalar bezeugen kann.

Es besteht da eine Entsprechung zum Evangelium:
Das erste, was man Maria nach dem Besuch des Engels tun sieht, ist der Besuch bei ihrer Base Elisabeth. Und die "Gesegneten des Vaters” sind jene, die die Kranken und Gefangenen besucht haben (Mt 25,36).

2. als Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel

Der Engel hatte sie so angekündigt (J, S. 32) und tatsächlich trug sie das Gewand, in welchem sie dem heiligen Simon Stock im 13. Jahrhundert mit einem Karmeliterskapulier am rechten Handgelenk erschienen war. Sie trug ein weißes Kleid und einen blauen Mantel. Da gewisse Leute im Herbst 1961 sagten, daß sie nicht Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel sein könne, erschien sie Conchita nur wie eine Karmelitin in ihrem traditionellen braunen Ordensgewand und sagte: ”Ich bin ein und dieselbe” (Zeugenaussage von Conchita zu Ch.M.).

Der Karmel ruft viele Dinge wach:

  • Den Propheten Elias, der Israel zu Gott und zum Bündnis, das die Großen und das Volk verraten hatten, zurückfuhrt (1 Kg 17-22);

  • ein eindrucksvolles und wunderbares Opfer, das Jahwe als den alleinigen Gott bezeugte (1 Kg 18,27-39);

  • ein Leben des Gebetes, der Vereinigung mit Gott, die Berufung zur Heiligkeit, deren große Meister oft Karmeliter oder Karmelitinnen sind;

  • das Tragen des Skapuliers als Unterpfand göttlichen Schutzes;

  • das Sich-Festhalten an der Heiligen Jungfrau, der Königin der Propheten, das im Karmeliterorden so bedeutend ist;

  • Israel, weil doch der Karmelberg sich dort befindet und Palästina beherrscht; Paul VI. hat an die Lobpreisungen und Prophetien des heiligen Paulus (Röm 9-11) erinnert, die die Israeliten den Christen besonders lieb machen: ”Wir sollten nicht vergessen, mit welch bewegenden und prophetischen Worten der große Apostel Paulus von euch, von eurem Volk, von der Hoffnung gesprochen hat, die er in seinem Herzen für seine israelitischen Brüder nährt” 8.

8 Rede gehalten am 27. Februar 1972, anläßlich der Überreichung der Enzyclopedia Judaica, veröffentlicht in den ”Nouvelles chretiennes d’Israel” Band XXIV, Nr. 1, S. 51 und abgedruckt in D.C., Nr. 1656, S. 557.

Nun begegnet man in Garabandal sechs Tatsachen, die den sechs oben angeführten analog oder vergleichbar sind:

  • Die Seherinnen sind Werkzeuge, die durch die Botschaften, die sie verbreiten, die Christen ermahnen, zum Neuen Bund zurückzukehren, dessen Priester und Sühneopfer Jesus Christus ist, - "Denkt an das Leiden Christi” (2. Botschaft) - und dessen sakramentales bleibendes Zeichen die Eucharistie ist — "Besucht Jesus im Allerheiligsten Sakrament” (1. Botschaft);

  • wie am Berge Karmel zur Zeit des Elias wird ein aufsehenerregendes Wunder diese himmlischen Botschaften bestätigen; es wird ”viel größer als das von Fatima” sein (J, S. 52, Bem. 66);

  • die Kinder geben ein eindrucksvolles Beispiel des Gebetes während und außerhalb der Erscheinungen;

  • die Heilige Jungfrau trug ein Skapulier vom Berge Karmel;

  • wie man im weiteren sehen wird, schlossen sich die Seherinnen eng an Maria an;

  • die Tochter eines Israeliten empfing in Garabandal das Bild der Taufe, die sie tatsächlich später in Burgos empfing.

Schließlich wie der Karmel ein Berg ist, liegt Garabandal mitten in den Bergen.

Die Mehrzahl dieser Punkte sind in einer Broschüre dargelegt, die Abbe A Combe unter dem Titel "Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel” (Notre-Dame du Carmel) verfaßt und herausgegeben hat.

3. als Prophetin

Das Charisma der Prophetie ist ein Offenbarungscharisma: Gott "offenbart seinen Knechten, den Propheten, seine Ratschlüsse” (Am 3,7). Es dient dazu, das bekannt zu machen, was der Mensch von sich aus nicht entdecken könnte. Der Prophet lehrt, berichtigt, ermahnt, macht auf die Fehler aufmerksam, klärt die Könige und das Volk auf, kündigt die Zukunft an, all das im Namen Gottes.

Obgleich Abraham und Moses auch Propheten genannt werden, so beginnt dieses Charisma doch erst so recht mit Elias, dem Propheten vom Berge Karmel, und dem Inspirator des Karmeliterordens. Das Charisma der Prophetie ist eine Gabe und nicht eine Institution.

Die Erfüllung einer Prophetie binnen kurzer Zeit beglaubigt die Botschaft der Prophetie (Jerusalemer Bibel, Bem. zu Jer 28,17). Elias verkündete solche Prophezeiungen (lKg21,19;2Kgl,16), auch Elisäus (2 Kg 7,1 und 2; 13,17-25), Isaias (2 Kg 20,5-6 und 9), Jeremias (28,16-17).

Die biblischen Prophezeiungen werden manchmal absolut und dennoch bedingt ausgesprochen. Das ist bei Jonas der Fall, der den Untergang Ninives ankündigt (3,4) und bei Elias, der die Ausrottung der männlichen Linie des Hauses Achab ankündigt (1 Kg21,21). Der heilige Johannes vom Kreuz hat betont, daß diese Prophetien inspiriert und irrtumslos waren, aber sie trafen auf Grund einer Sinnesänderung der Menschen nicht ein (Der Berg Karmel II, 20).

Das Prophetenamt, das im Alten Bund zuletzt mehr als 200 Jahre unterbrochen war, lebte in Johannes dem Täufer wieder auf, der die Volksmenge begeisterte. Er ist nicht der einzige Prophet des Neuen Testamentes. Es hatte auch Simeon (Lk 2,25ff.) und die Prophetin Hannah (Lk 2,36) gegeben. Das Charisma der Prophetie findet sich in der Apostelgeschichte wieder (2,27ff.; 13,1; 21,9ff.)wieauchinden vom Apostel Paulus gegründeten Gemeinden (1 Thess 5,20). Auch der Prophet des Neuen Testamentes baut auf, ermahnt, tröstet, sagt die Zukunft voraus, aber im Gegensatz zu den Propheten des Alten Bundes sind seine Aussagen nicht Bestandteil des Depositum fidei, das heißt dessen, was geglaubt werden muß.

Als Werk des Heiligen Geistes erlischt das Prophetenamt erst bei der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit, wie alle anderen geistlichen Gaben, die zur Auferbauung und Heiligung des Gottesvolkes bestimmt sind. Der Heilige Geist "rüstet sie (die Kirche) mit den verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben aus, durch die er sie lenkt” (LG 4). "Solche Gnadengaben, ob sie nun von besonderer Leuchtkraft oder aber schlichter (...) sind, müssen mit Dank und Freude angenommen werden, da sie den Nöten der Kirche besonders angepaßt und nützlich sind” (LG 12; vgl. auch 7,32,33). Unter den ”Gnadengaben von besonderer Leuchtkraft” spielt das Charisma der Prophetie eine sehr bedeutende Rolle: "Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte” (Mt 23,34a), hatte Jesus angekündigt

Frauen sind Prophetinnen. Der heilige Paulus kennt und anerkennt Frauen, ”die prophezeien” (1 Kor 11,5). Das war von Joel und vom Apostel Petrus, der jenen in seiner Pfingstpredigt zitiert (Apg 2,17-18) angekündigt worden. Der Diakon Philippus hatte vier Prophetentöchter (Apg 21,9). Die prophetische Stimme der Frau erfüllt die Kirche. Man denke zum Beispiel an Theresia, die Große, und an die kleine hl. Theresia vom Kinde Jesu.

Die Jungfrau Maria war in Garabandal Prophetin:

  • sie deckt die Fehler in den beiden ausdrücklichen Botschaften auf;

  • sie ruft wie Johannes der Täufer und andere Propheten die Menschen zur Buße;

  • sie erleuchtet in den beiden ausdrücklichen Botschaften die Priester und das Volk;

  • sie ermahnt und erzieht die Seherinnen und uns mit ihnen auf tausenderlei Weisen.
    Wir legen das in fast allen Kapiteln dar;

  • sie kündigt die Zukunft an.

Verschiedene dieser Prophezeiungen haben sich schon erfüllt. Die wunderbare sichtbare Kommunion wurde von dem Engel angekündigt (J, S. 63), aber die Heilige Jungfrau gab zusätzlich noch den genauen Tag an (J, S. 64). Sie kündigte an, daß Pater Pio das zukünftige große Wunder (J, S. 70) sehen werde, was auf Grund glaubwürdiger Informationen kurz vor seinem Tod geschah (OL, S. 115). Sie kündigte sechs Monate vorher die letzte Erscheinung des heiligen Michael an (J, S. 84), die Gefahren, die das Priestertum und die Eucharistie (2. Botschaft) bedrohen, und die Gefahren der Verwirrung in der Kirche (Suite, S. 36; OL, S. 117).

Andere Prophezeiungen harren noch auf ihre Erfüllung. Besonders bedeutend sind: die Warnung, das große Wunder, das mit einem seltenen und glücklichen Ereignis in der Kirche zusammentrifft (J, S. 53 Bem. 66; TETA, S. 3), das bleibende Zeichen, das bedingte Strafgericht. Es gibt auch solche über die Päpste (G II, S. 224; G III, S. 224-226; ET, Nr. 37, S. 128 und 318fT.; OL, S. 164). Nach Johannes XXIII. gibt es nur noch drei Päpste und dann kommt ”el fin de los tiempos”, was man mit ”das Ende unseres Zeitalters” übersetzen muß*. Conchita weiß den Sinn dieser Ankündigung der Heiligen Jungfrau nicht, die sie beim Tod Johannes XXIII. bekanntgab. Theologen fangen an, darüber zu diskutieren. Andere Prophezeiungen sind weniger bedeutend: die Heilung von Joey Lomangino, dem blinden Amerikaner, die Priesterweihe Pepe Luis (nach der Zeugenaussage seiner Mutter Maximina), die Vision des großen Wunders, die der Papst haben wird, ”wo er auch immer sein wird” (J, S. 70). Der Leichnam des Paters Luis Andreu sollte am Morgen nach dem Wunder ausgegraben und unverwest gefunden werden nach einer Lokution, deren sich Conchita am 18. Juli 1964 erfreute; aber sie konnte jedoch nicht sagen, wer die Lokution aussprach (J, S. 55, Bem. 67, persönliche Bem.).9

* Conchita wußte Fakten voraus, die sie in keiner Weise natürlich voraussehen konnte, es sei denn, daß man das Vorhandensein bemerkenswerter Vorahnungen annimmt. Zwei oder drei Monate nach dem Tode von Johannes XXIII. sagte Placido Ruiloba zu ihr: ”Das Ende der Zeiten kommt in dreimal fünfzehn Jahren.” Conchita antwortete ihm: ”Genau wie für Johannes XXIII., einer von ihnen (der drei Päpste) wird nur ganz kurze Zeit bleiben (muy poquisimo)” (Unterhaltung des Autors mit Herrn Ruiloba am 13. November 1978 kurz nach dem unvorhergesehenen Tod von Johannes Paul I.).

9 Diese letzte Prophezeiung macht Schwierigkeiten. Der Leichnam von P. Luis wurde Ende 1975 oder Anfang 1976 ausgegraben. Er ist nicht unverwest gefunden worden. Wird Gott seinen Leib wiederherstellen? (S. Needles, Jan.-März 1977, S. 14-15).


4. als Mutter Jesu

Zuerst zeigte Maria Jesus sehr klein als neugeborenes Kind, das nicht sprach — und das ist neu in der Geschichte der Marienerscheinungen der neueren Zeit — damit er bewundert, geliebt und schließlich angebetet werde.

Lassen wir die Zeugen sprechen.
”Eines nachts sind meine Mutter, eine Dame namens Aurelia, Maria Cruz, ihre Eltern und ich nach dem Beten des Rosenkranzes zur ”calleja” gegangen. Maria Cruz fiel in Ekstase. Und dann sagte Maria Cruz, als ob die Heilige Jungfrau das Jesuskind trüge: "Gib es mir ein ganz klein wenig, nur ein ganz klein wenig! Wenn mein Arm auch braun ist, so ist er doch nicht schmutzig. Gib es mir!”

Und es war, als ob das kleine Mädchen es in seine Arme genommen hätte, denn sie machte alle Gesten wie jemand, der wirklich umarmt, und Maria Cruz sagte:
”Höre, morgen bringe ich dir Bonbons und Plätzchen mit.” ”Und sie verharrte dabei, das Kind zu wiegen. Sie sprach minutenlang” (Zeugenaussage von Clementina in LVP, S. 173).

”Ich habe Jacinta eines Tages nahe beim Brunnen in Ekstase gefunden. Sie hörte nicht auf, die Heilige Jungfrau zu bitten, daß sie ihr das Jesuskind gebe. Es scheint, daß die Heilige Jungfrau ihr antwortete: ”Nein, du läßt es fallen”; denn Jacinta fuhr fort zu sagen: ”Nein, nein, ich lasse es nicht fallen.” Schließlich mußte die Heilige Jungfrau nachgeben, denn wir konnten Jacinta folgen, die das Dorf durchlief, die geöffneten Arme nach oben gewandt, wie wenn sie ein kleines Kind trüge. Ich erinnere mich, daß sie es sehr vorsichtig trug, damit es nicht fiel, wie sie es der Heiligen Jungfrau versprochen hatte. Gerade bevor sie aus der Ekstase zu sich kam, sagte das kleine Mädchen: "Siehst du, daß ich es nicht fallen gelassen habe!” Dann hob sie die Arme, wie wenn sie das Kind jemandem zurückgäbe” (Juan Alvarez Seco in LVP, S. 416; siehe auch J, S. 36, Bem. 38; ET, Nr. 15, S. 54).

Der heilige Joseph und Maria, seine heilige Gemahlin, hatten das göttliche Kind dem Herrn in seinem Tempel dargestellt, und auch den beiden greisen Menschen Simeon und Hannah, die den Trost Israels erwarteten, in die Arme gelegt (Lk 2).

Daß die kleinen Mädchen das Jesuskind gezeigt bekamen, das sie sogar in ihren Armen hielten, bereitete sie darauf vor, ihm zu begegnen:

  • in der Kommunion, sei es aus der Hand des Priesters, sei es aus der Hand des Engels;

  • beim Besuch des Allerheiligsten, der in der ersten Botschaft empfohlen wird;

  • bei den Lokutionen des Herrn, deren Conchita teilhaft wurde.

Die Heilige Jungfrau hatte ihr gesagt, daß es eine größere Gnade ist, Jesus in der Kommunion zu empfangen als ihn zu sehen (OL,'S. 94)
 

5. als Königin

Es ist Sitte in den Kirchen der Diözese Santander, die Heilige Jung­frau unter dem Titel "Unsere Liebe Frau erschienen als Königin und Patronin des Berges ” anzurufen, in Erinnerung an die Erscheinungen am Beginn des 17. Jahrhunderts. Im Zustand der Ekstase sagten die Seherinnen an der Stelle der unterstrichenen Worte "Königin und Herrin alles Geschaffenen — Reina y Senorade todo lo creado”, was ins Bewußtsein zurückruft, daß Mariens Königtum universal ist (G III, S. 101; siehe auch S. 135).

Die Heilige Jungfrau trug bei ihrer Erscheinung eine Krone von goldfarbenen kleinen Sternen (J, S. 35). Unterstreichen wir, daß auch ihr Kind eine kleine Krone trug (Memor, S. 14 und 19). Die Mädchen haben mit diesen Kronen gespielt, haben sie reihum ausprobiert (ibid; SV, S. 92; GP, S. 135; LVP, S. 354). Die Krone der Heiligen Jungfrau war zu groß und die des Kindes zu klein. Das war am 29. Juli 1961 (SV, S. 91).

Machen wir sofort zwei Bemerkungen. Erstens: Das messianische Königtum Jesu zeigt sich als ihm gehörig von seiner Geburt an, und nicht erst von einer Bewußtseinsbildung als Erwachsener, zum Bei­spiel von seiner Taufe an, wie einige neuere Theologen sich in Spekulationen ergehen. In der Tat ist er König von seiner Empfängnis an (Lk 1,43). Zweitens: Es ist eine gesicherte theologische Schlußfolgerung, daß das Königtum Mariens ganz und gar von dem ihres Kindes abhängt. Sie ist Königin, weil ihr Sohn König ist, und nur aus die­sem Grunde.

Eine mit Sternen gekrönte Frau erscheint in der Apokalypse (12,1- 17). Nach soliden Exegeten handelt es sich da um ein doppeltes Symbol: Gewisse Züge beziehen sich nur auf das alt- und neutestamentliche Volk Gottes, wie die Verse 6b und 13-14; andere vor allem auf die Jungfrau Maria, die Mutter Jesu, die Jungfrau bei Isaias (Is 7,14), die Frau, die einem Kind das Leben schenkt, bei Michäas (Mich 5,2): Ihr Kind ist ein mächtiger König, der alle Nationen mit eisernem Zepter leiten muß (Verse 5 und 6a). Gewisse Züge beziehen sich auf beide: die Geburtswehen beziehen sich hauptsächlich auf Israel, aus dem Je­sus hervorgeht, und auf die Kirche, die der geheimnisvolle Leib Christi ist. Sie beziehen sich in einer gewissen Weise auch auf Maria, die die Kirche und das neue Zeitalter mit den Schmerzen des Mitleidens gebar, das Simeon vorausgesagt hat (Lk 2,35)10.

10  Vgl. Allo, L’Apocalypse, Gabalda 1922, S. 160-161, 172-174.
A.-M. Dubarle, La Femme couronnee d’etoiles, Melanges bibliques A Robert, 1957, S. 512-518.

Die Liturgie ist also völlig im Recht, wenn sie diesen Text für das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel weiterhin verwendet, nachdem eine klare Kritik erfolgt war durch die Veröffentlichung des apostolischen Mahnschreibens Signum Magnum vom 13. Mai 1967 und die Ausführungen in Cultus marialis, Nr. 12 vom 2. Februar 1974, beide von Paul VI.

Die Kirche widmet Maria Königin ein eigenes Fest am 22. August. Pius XII. setzte dieses Fest ein und behandelte dieses Thema ausdrücklich in der Enzyklika ”Ad Coeli Reginam” (DC 1186).

Die katholische Frömmigkeit gibt Maria oft diesen Titel ”Regina coeli”, ”Salve Regina” in Litaneien, in gekrönten Statuen und in Bil­dern, in den Rosenkranzgeheimnissen.

Das Konzil nennt sie "Königin der Apostel” (Presb. 8). Paul VI. nennt sie Königin, Mutter des Königs, Friedenskönigin, Königin der Barmherzigkeit in "Cultus marialis” (6, 22, 25).

Es handelt sich um eine eminent wichtige Funktion der Jungfrau Maria, eine wirkliche Rolle, eine Verbindung der Mutter mit dem Sohn in der Regierung der Kirche und der Welt, wobei die Mutter selbstverständlich in totaler Abhängigkeit des Sohnes ist. Gott will, daß diese normalerweise den Sterblichen verhüllte Wirklichkeit manchmal in dieser Welt aufleuchtet, sich den Menschen in marianischen Erscheinungen kundtut, besonders seit 1830. Diese Erscheinungen Mariens ermutigen uns, der Einladung des zweiten Vatikani­schen Konzils zu folgen, das uns nachdrücklich auffordert, ”unser inständiges Flehen an die Mutter Gottes und der Menschen zu richten, daß sie, die über alle Seligen und alle Engel Erhöhte, fortfahre, bei ihrem Sohn zu vermitteln, bis alle Völkerfamilien schließlich glücklich in einem einzigen Gottesvolk vereinigt sind” (LG, 69).
 

6. als Mutter der Menschen, Erzieherin und Katechetin

Dies sind drei miteinander in Beziehung stehende und eng miteinander verbundene Rollen, die Maria in Garabandal ausübte.

Wie das Konzil es verkündete (siehe oben), ist Maria die "Mutter der Menschen”.

Vom Beginn ihres Tagebuches an, von der ersten Erscheinung an beschreibt Conchita, wie Maria sie so behandelte, wie eine Mutter ihre Kinder behandelt. Sie schenkte ihr und den anderen Mädchen lange Gehör, selbst ihren Dummheiten (tonterias), sie interessierte sich für das, was sie sagten und taten, gab ihnen ihre Krone und die des Jesuskindes, damit sie sie ausprobierten, sie gab ihnen sogar das Kind, damit sie es auf den Arm nehmen konnten. Sie half ihnen beim Komponieren von Liedern. Sie verbesserte sie, wenn sie sich schlecht segneten oder ein Gebet schlecht sprachen.

Nach der "seltsamen Stimme” am 17. August 1961 (OL, S. 86) umarmte die Heilige Jungfrau alle vier, eine nach der ändern. Das war eine mütterliche Geste, um die erschreckten Kinder zu beruhigen.

Die Mütterlichkeit Mariens offenbarte sich bei Loli in erstaunlicher und rührender Weise in der Nacht vom 4. auf den 5. November 1962. Als sie eine Erscheinung erwartete, befahl ihr ihre Mutter, in die dunkle Nacht hinauszugehen, um Wäsche hereinzuholen, die draußen trocknete, weil es zu regnen drohte. Loli schickte sich an zu gehorchen, aber nicht ohne kindliche Furcht. Sie hatte eine Taschenlampe angezündet und näherte sich der Tür. Da erschien ihr die Heilige Jungfrau. Loli bekreuzte sich, reichte das Kruzifix zum Küssen, dann ging sie hinaus und, immer noch in Ekstase, raffte die Wäsche zusammen und kehrte zurück. Kaum war sie aus der Ekstase erwacht, fragte man sie, was geschehen sei. Sie erklärte, daß es sie viel gekostet habe, dem Befehl der Mutter zu gehorchen und allein hinauszugehen. Sie hatte Angst, und sie begriff, daß die Heilige Jungfrau sie mütterlich begleitet hatte (GIII, S. 187).

Ein anderes Mal hatte Loli eine Lokution der Heiligen Jungfrau, die ihr sagte: "Bereue und tue es nicht wieder.” Sie erklärte einem Priester, daß das in ihr ”eine Mischung von Schmerz, Trost und Vertrauen verursacht habe, weil es keine bessere und verständnisvollere Mutter gebe als jene, die wir im Himmel haben” (G III, S. 219).

Diese Mütterlichkeit Mariens machte nicht bei den Seherinnen halt: ”Ich bin für alle meine Kinder mit dem Wunsch gekommen, sie an unsere Herzen zu ziehen” (J, S. 93), sagte sie bei ihrer letzten Erscheinung am 13. November 1965. Und sie fügte hinzu: "Conchita, berichte mir Neues von meinen Kindern, ich halte sie alle unter meinem Mantel vereinigt” (J, S. 94).

Conchita hat im Verlauf eines Interviews, das sie Pater Pelletier gewährt hat, am 25. April 1970 nähere Angaben über diesen Punkt gemacht. Während der Ekstasen verharrte sie oft schweigend und die anderen Seherinnen auch. Maria "betrachtet die anderen Personen”, erklärte Conchita, und ”Sie sagte, daß sie ihre Kinder betrachte” (OL, S. 194-195; s. auch G II, S. 222). Ihre Mütterlichkeit erscheint so umfassend.

Am Dienstag, dem 1. August 1961, hörte man die Kinder — wahrscheinlich auf eine göttliche Eingebung hin — das ’Ave Maria’ mit einem eingeschobenen Satz beten: ”... heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter, bitte für uns, usw.” (G I, S. 200).

Sie war eine sehr liebevolle Mutter. ”Wie gut hatte man es bei der Heiligen Jungfrau!” sagte Conchita. ”Sie war wirklich eine Freundin. Als ob sie mit uns lebte. Sie nannte uns bei unseren Kosenamen. Sie sagte nicht Maria Concepcion, sondern Conchita, auch nicht Maria Dolores, sondern Loli, usw.” (G II, S. 222).

”Die Heilige Jungfrau ist wie eine von uns, es gibt da keine Distanz” (GII, S. 242). ”Sie ist menschlich” (S. 235). Sie vertraute ihnen eines Tages an, daß sie die Quasten der Pantoffel, die sie auf der Erde trug, parfümierte (ibid. S. 226).

Sie spielte mit Conchita und einer anderen von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens Versteck (J, S. 61). Pater Auguste Valensin erzählt, daß ein heiliger Hindu ein Kind eingeladen hat, ”mit Gott zu spielen” (La Joie dans la foi, 1937, zitiert in den Needles, Winter 1975, S. 24). Das mag in Erstaunen versetzen und mag gewisse Leute, besonders Philosophen, schockieren. Aber die göttliche Weisheit spielt unter den Menschen vor Gott (Spr 8,30-31). Warum nicht unsere Mutter mit ihren Kindern?

Jacintas Vater erzählt: ”Die Heilige Jungfrau lachte, wenn sie den belanglosen Worten der kleinen Ekstatiker zuhörte. Das ging vor sich wie bei einer Mutter, die einige Tage verreist war und der ihre Kinder alles berichten, was sich während ihrer Abwesenheit ereignet hat. Und es geschah, daß die Kleinen in Ekstase Verstecken spielten. Eine schlug an (collait), während die drei anderen sich versteckten und hop! dann startete sie, um sie zu suchen. Sie hatten dann ihre Freude !” Ein Tag, an dem man sie so Verstecken spielen sah, war nach dem Wachtmeister Juan Alvarez Seco der Namenstag von Conchita, also der 8. Dezember 1961 oder 1962 (LVP, S. 370 und 414).

Maria verhielt sich wie eine große Schwester oder Freundin. Übrigens nannte Conchita Maria gern ”ihre Himmelsmutter und beste Freundin” (J, S. 95). Loli liebte die Heilige Jungfrau auch, und alles deutet daraufhin, daß das heute noch so ist. In der Ekstase erbat sie von ihr, ”daß sie sie ihr ganzes Leben immer mehr bis zum Tode liebe” (AGSI, S. 111; G III, S. 169). Sie vertraute Frau Gallardo an: "Wenn man wüßte, wie sehr sie uns liebt, würden wir nichts anderes tun, als sie ungeheuer (muchisimo) lieben”11.

11 Brief vom 11. September 1975

Conchita ist in dieser Liebe gewachsen. Im Jahr 1966 sagte Jesus in der Lokution von Pamplona zu ihr: ”Maria, die du so sehr liebst” (J, S. 100). Im Sommer 1967 sagte sie zu Dr. Porro: "Jetzt liebe ich sie viel mehr, aber ich opfere mich sehr wenig” (GP, S. 176, 218). Dagegen erklärte sie im März 1968 schriftlich, daß sie jetzt für andere zu leiden wünsche (GP, S. 266).

Als Erzieherin gab die Heilige Jungfrau Befehle, z.B. den Rosenkranz zu beten (OL, S. 89,97; AGSI, S. 49), Empfehlungen, sauber zu sein: "Seid sehr sauber! Ich selbst habe darauf acht gegeben, als ich auf Erden lebte”, sagte sie ihnen, wie Conchita der Mutter Maria Nieves im Oktober 1966 anvertraute (GII, S. 220). Oder es waren Verbesserungen, wenn sie sich schlecht bekreuzigten (Memor, S. 21), manchmal Tadel wie eines Tages im Jahre 1961, als Jacinta sich die Nägel lakkiert und Loli sich Rot auf die Lippen gelegt hatte (AGSI, S. 39). Die Sache an sich war recht unschuldig, aber schickte sich nicht für Kinder, die daran waren, die Heilige Jungfrau zu sehen.

Als Katechet in war Mariens Belehrung mütterlich und umfassend; mütterlich, weil sie mit mütterlicher Liebe gegeben wurde, und umfassend, weil sie, indem sie auf die Taufgnade und die christliche Familienwelt der Mädchen vertrauensvoll hinwies, sie gleichzeitig die christliche Moral in ihrem ganzen Umfang — natürlich ihrem Alter entsprechend —, Buße und Opfer inbegriffen, und das gute Sprechen jener Gebete lehrte, die kleine katholische Spanier ihres Alters auswendig kennen sollten. Die Heilige Jungfrau schien sich besonders mit Maria Cruz zu beschäftigen, indem sie sie das Credo und dann das Salve Regina vollständig lehrte und ihr beibrachte, das Kreuzzeichen andächtig und langsam zu machen (J, S. 53).

Die Unterhaltungen der Seherinnen während der Ekstase bezeugten ihrerseits ein ganz kindliches Vertrauen zu Maria. Sie bekannten ihre Fehler und Sünden (GII, S. 225). Dieses Vertrauen spiegelt sich in Conchitas Tagebuch und in dem, was sie zur Mutter Maria Nieves sagte (GII, S. 236), z.B. als sie ihr gegenüber betonte, daß sie Maria so liebe, als sei sie ihre Mutter (G II, S. 219).

Man wird Maria als Erzieherin und Katechetin fast überall in dieser Schrift finden.

Schließen wir diese marianische Unterweisung mit einer Strophe, die die Seherinnen in der Ekstase komponierten. Da wir die Melodie nicht kennen, können wir sie nicht singen, aber wir können sie wenigstens rezitieren:

Seguid cristianos la Virgen
con humildad y fervor.
Pedidla nos haga un sitio
En la celestial mansiön.

Christen, folgt der Heiligen Jungfrau,
folgt ihr in Demut und Inbrunst,
bittet sie, daß sie euch einen Platz bereite
dann in der himmlischen Heimat.

(L. R., S. 13).

Aus den Buch: So sprach Maria in Garabandal  
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